Kolumne von Thomas Bublitz

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Der Bundesgesundheitsminister hat Regelungen angekündigt, mit denen für die Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen die galoppierenden Energiekosten und allgemeinen Preissteigerungen ausgeglichen werden sollen. In der Politik ist also angekommen, dass es ohne Hilfen für viele Kliniken bereits zum Jahresende eng werden könnte. Dennoch beschleicht mich die Sorge, dass die wiederholten Ankündigungen nicht schnell genug in geeignete Maßnahmen umgesetzt werden. Hoffentlich ist diese Sorge unbegründet! Es wäre schön, wenn sich tatsächlich in den nächsten Tagen eine Perspektive ergibt und den gebeutelten Kliniken kurzfristig und unbürokratisch geholfen wird.

Aus Sicht der privaten Klinikträger wäre es auch völlig in Ordnung, wenn die Hilfe nicht pauschal nach dem Gießkannenprinzip kommt, sondern entsprechend dem konkreten Hilfebedarf. Tatsächlich sind im Bereich der Energiekosten die Verhältnisse recht unterschiedlich. So gibt es Kliniken, die vor einiger Zeit nach heutigem Verständnis noch recht moderate Gas- und Strompreise vereinbaren konnten. Für andere hingegen sind die Versorgungsverträge längst ausgelaufen und sie müssen zu erheblich teureren Konditionen einkaufen. Unterschiede gibt es auch, weil moderne Kliniken, egal in welcher Trägerschaft, weniger Energie verbrauchen als alte, energetisch unsanierte Klinikgebäude.

Dies zeigt: Wirtschaftliche Klinikführung und die Erzielung von Gewinnen machen Kliniken durch Reinvestitionen krisenfester und nachhaltiger. Ein Grund weniger, die Gewinnerzielung zu verteufeln. Überschüsse im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge schonen die Staatsfinanzen und damit uns alle als Steuerzahler.

Wenn die Hilfen aber weiterhin ausbleiben oder unzureichend und zu bürokratisch wären, wäre der kalte Strukturwandel im Kliniksektor tatsächlich eingeleitet. Niemand kann dann vorhersehen, wer wann wo die Segel streichen muss. Dann würde es auch keine Rolle mehr spielen, ob dahinter eine kalkulierte politische Absicht oder schlicht und ergreifend Unfähigkeit steht.