Kolumne von Thomas Bublitz

Licht am Horizont
Die Vollbremsung im März verursachte für die Reha-Kliniken trotz aller Hilfsprogramme massive finanzielle Belastungen. Damit nicht genug, müssen sie jetzt im allmählich einsetzenden Re-Start enorm viel Kraft aufbringen.

Denn Patientenschutz, Patientensicherheit und die Fürsorge für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfordern neue Arbeitsabläufe, strenge Hygieneregeln und Social Distancing – und daraus folgen erhebliche Kapazitätseinschränkungen ebenso wie ein deutlich höherer (Personal-)Aufwand pro Patient. Mit der „normalen“ Vergütung können die Reha-Kliniken das nicht auch noch stemmen. Sie brauchen einen angemessenen Corona-Zuschlag, am besten einen, mit dem ihre Leistungen bezahlt werden, das wäre sinnvoller und besser investiert als eine Leerstandspauschale. Ob wir das durchsetzen können, wird sich zeigen.

Ein wenig Hoffnung macht die Tatsache, dass das Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz (IPReG) nicht unter die Corona-Räder geraten ist und – wenn nicht doch noch etwas Unvorhersehbares dazwischenkommt – wohl noch vor der parlamentarischen Sommerpause im Bundestag und Bundesrat beschlossen wird. Die Kliniken brauchen diesen Motivationsschub jetzt dringend, denn der Frustrationsgrad ist spürbar hoch.

Ein weiterer Lichtblick ist, dass auch die Akutkrankenhäuser Schritt für Schritt wieder in den Regelbetrieb zurückkehren. Das lässt erwarten, dass die durch den Corona-Notbetrieb der Akuthäuser dramatisch geschrumpften Zahlen der Anschlussheilbehandlungen (AHB) wieder ansteigen werden. Die AHBs machen rund 40 Prozent aller Reha-Maßnahmen aus. Umso mehr ist es zu begrüßen, dass die Bundesregierung mit dem Anfang Juni vorgestellten zweiten Konjunkturpaket auch ein „Zukunftsprogramm Krankenhäuser“ für Investitionen in die Infrastruktur der Krankenhäuser auf den Weg gebracht hat. Das wird nicht nur in den Kliniken, sondern auch für die Gesamtwirtschaft positive Effekte haben. Bedauerlich ist allerdings, dass im Zukunftsprogramm die Reha mal wieder „vergessen“ wurde. Es wäre ein weiterer Lichtblick, wenn das Finanzministerium, das für das Programm federführend ist, erkennt, dass jeder im stationären Sektor investierte Euro gut angelegt ist – was selbstverständlich auch für die Reha gilt.