Kolumne von Thomas Bublitz

Zusammen wirken

Die vergangenen Monate haben uns vieles deutlicher und bewusster gemacht, was uns eigentlich auch vor Corona schon klar war. Zum Beispiel, wie wichtig stabile Netzwerke und eine intakte Gemeinschaft sind. Dass sich Gemeinschaftssinn nicht verordnen oder erzwingen lässt sondern aus Vernunft und Verantwortungsbewusstsein entsteht. Oder dass autoritäre Systeme unter Stress ins Wanken geraten, eine funktionierende Demokratie dagegen sehr gut mit existenziellen Bedrohungen umgeht. Und: Dass wir froh und dankbar dafür sein können, in diesem Teil der Welt und in diesem Teil Europas zu leben.

Es hat sich aber auch gezeigt, wie wichtig es für die Politik und ihre Entscheidungen ist, die Wissenschaft und die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen einzubeziehen. Ohne Rückkopplung zu Experten und Interessenvertretern kann der Staat nur schlecht auf gesellschaftliche Entwicklungen reagieren. Mit diesem Grundverständnis engagiert sich der BDPK als gesundheitsspolitische Stimme der privaten Träger und setzt sich – auf Basis der Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft – für Qualitätsorientierung, fairen Wettbewerb und sozialen Ausgleich ein. Der Bundesverband und die Landesverbände sind Ansprechpartner für Ministerien und Parlamente in Deutschland und bringen sich mit überparteilicher, sachorientierter und wissenschaftlich fundierter Argumentation in die politischen Prozesse ein. Das können die „Funktionäre“, also die ehrenamtlichen Gremienmitglieder und die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, nicht allein, sondern nur im Austausch mit den Mitgliedskliniken und mit ihrer Unterstützung. Kurz gesagt: Der Verband ist nur so stark wie die Gemeinschaft. Dass wir unsere Positionen und Forderungen nicht immer sofort und vollständig durchsetzen können, müssen wir akzeptieren – und dennoch geben wir nicht auf, unsere Sichtweisen und Argumente weiter zu verfolgen. Das gilt aktuell für die Verlängerung des Reha-Schutzschirms und die bessere Einbindung der Reha in die IT-Struktur, die Aufklärung über die Nachteile von Pflegepersonaluntergrenzen und die Dauerthemen Investitionsdefizit und Wetbbewerbsverzerrung.

In diese wichtigen Projekte können sich die Kliniken auf vielfältige Weise einbringen, zum Beispiel durch ihre Mitwirkung an der Kampagne „Reha. Macht‘s besser!“, durch ihre Gremienarbeit im Verband oder durch direkte Ansprache und Information der Bundestagsabgeordneten vor Ort. Denn gerade in dieser Zeit, in der so vieles in Frage gestellt wird, ist es notwendig und richtig, die Abgeordneten über die Fakten und Meinungen zu aktuellen politischen Fragen zu unterrichten. Denn auch das haben wir gelernt: alle müssen mitmachen!