Wie wird Qualität in der Rehabilitation gemessen?
Qualität in der Rehabilitation wird bereits heute umfassend überprüft. Im Rahmen der externen Qualitätssicherung haben die Deutsche Rentenversicherung und die gesetzliche Krankenversicherung eigene Verfahren entwickelt, um die Qualität von Reha-Einrichtungen zu messen und weiterzuentwickeln.
Dabei werden unterschiedliche Aspekte betrachtet – von den Voraussetzungen einer Einrichtung über die Durchführung der Rehabilitation bis hin zu den Ergebnissen und der Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten. Das interne Qualitätsmanagement unterstützt Reha-Einrichtungen zusätzlich dabei, die Qualität der Leistungserbringung kontinuierlich weiterzuentwickeln und damit den Outcome für die Patientinnen und Patienten stetig zu verbessern.
Das Institut für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen (IQMG), als 100%ige Tochter des BDPK bietet Reha-Einrichtungen zwei etablierte und Reha spezifische Qualitätsmanagementverfahren, die den Einrichtungen dabei helfen, ihre interne Qualitätsentwicklung voranzubringen und gegenüber Patienten, Zuweisern und Kostenträgern darzustellen. Viele Reha-Einrichtungen engagieren sich zusätzlich bei unabhängigen Qualitätsinitiativen, wie z.B. DAS REHA-Portal, das regelmäßig und objektiv die Qualität der teilnehmenden Reha-Einrichtungen auswertet und die Ergebnisse transparent darstellt.
Welche Aspekte der Qualität werden betrachtet?
Qualität in der Rehabilitation lässt sich nicht an einem einzigen Merkmal festmachen. Die Qualitätssicherung betrachtet verschiedene Aspekte der Versorgung.
Strukturqualität
Strukturqualität beschreibt die Voraussetzungen für eine gute Rehabilitation. Dazu gehören beispielsweise qualifiziertes Personal, die räumliche und technische Ausstattung sowie die medizinischen und therapeutischen Möglichkeiten einer Reha-Einrichtung.
Prozessqualität
Prozessqualität beschreibt, wie die Rehabilitation durchgeführt wird. Dabei geht es beispielsweise darum, ob die Behandlung fachgerecht erfolgt, die vorgesehenen therapeutischen Leistungen erbracht werden und die verschiedenen Berufsgruppen gut zusammenarbeiten.
Ergebnisqualität
Ergebnisqualität beschreibt, was die Rehabilitation bei den Patientinnen und Patienten bewirkt. Dazu gehören beispielsweise gesundheitliche Verbesserungen, mehr Selbstständigkeit sowie die Fähigkeit, wieder am Alltag und Berufsleben teilzunehmen.
Entscheidend ist, was die Reha bewirkt
Die Qualität einer Rehabilitation zeigt sich nicht allein daran, welche Voraussetzungen eine Einrichtung bietet oder welche Leistungen erbracht werden. Entscheidend ist vor allem, welches Ergebnis für die Patientinnen und Patienten erreicht wird.
Deshalb sind Befragungen von Patientinnen und Patienten und andere Instrumente zur Messung der Ergebnisqualität wichtige Bestandteile der Qualitätssicherung.
Qualitätssicherung der Deutschen Rentenversicherung
Die Deutsche Rentenversicherung nutzt verschiedene Instrumente, um die Qualität der medizinischen Rehabilitation zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Dazu gehören unter anderem Reha-Therapiestandards (RTS), die Klassifikation therapeutischer Leistungen (KTL) und die Befragung von Patientinnen und Patienten.
Was sind Therapiestandards?
Die Reha-Therapiestandards (RTS) der DRV sind Instrumente zur Messung der Prozessqualität einer medizinischen Rehabilitation. Sie definieren Mindestanforderungen an die therapeutische Versorgung von Patientinnen und Patienten und garantieren, dass die Erbringung therapeutischer Leistungen während einer medizinischen Rehabilitation auf wissenschaftlicher, evidenzbasierter Grundlage erfolgt.
Was ist die Klassifikation therapeutischer Leistungen (KTL)?
Die Klassifikation therapeutischer Leistungen (KTL) dient der systematischen Erfassung und Beschreibung der therapeutischen Leistungen, die während einer medizinischen Rehabilitation erbracht werden. Sie dokumentiert Art, Menge, Dauer und Verteilung der Leistungen und bildet damit das therapeutische Leistungsgeschehen in Reha-Einrichtungen transparent ab.
Welche Rolle spielt die Befragung der Patientinnen und Patienten?
Die Befragung der Patientinnen und Patienten ist ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung der Deutschen Rentenversicherung. Nach Abschluss der medizinischen Rehabilitation werden Patientinnen und Patienten zu ihren Erfahrungen mit der Behandlung, der Betreuung und dem Leistungsangebot der Reha-Einrichtung befragt. Erfasst werden dabei die Zufriedenheit mit der Rehabilitation und die subjektiv wahrgenommenen Behandlungsergebnisse. Die Ergebnisse fließen in die Qualitätsbewertung und den Vergleich von Reha-Einrichtungen ein und liefern wichtige Hinweise auf Stärken sowie mögliche Verbesserungsbedarfe.
Qualitätssicherung der gesetzlichen Krankenversicherung
Auch die gesetzliche Krankenversicherung überprüft die Qualität von Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen. Dafür gibt es das Qualitätssicherungsverfahren QS-Reha®.
Was ist QS-Reha®?
QS-Reha® ist das Qualitätssicherungsverfahren der gesetzlichen Krankenversicherung für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen. Es betrachtet verschiedene Aspekte der Qualität und umfasst unter anderem Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität sowie die Befragung von Patientinnen und Patienten.
Warum werden die Qualitätssicherungsverfahren weiterentwickelt?
Qualitätssicherung muss aussagekräftige Ergebnisse liefern und zugleich praktikabel sein. Deshalb werden die Verfahren regelmäßig weiterentwickelt. Dabei geht es beispielsweise um die Weiterentwicklung von Befragungen, die Digitalisierung von Prozessen und die Verbesserung der Vergleichbarkeit von Qualitätsergebnissen.