I. Grundsatz-Positionen für Krankenhäuser und Reha-/Vorsorgeeinrichtungen

Wettbewerb, Trägerpluralität und Fairness

Nach bisherigem Stand hat das deutsche Gesundheitsversorgungssystem die außergewöhnlichen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie gut bewältigt. Trotz enormer Belastungen der Mitarbeiter:innen war und ist die Versorgung der Patient:innen jederzeit sichergestellt. Krankenhäuser privater Träger beteiligen sich, gemessen an ihrem Marktanteil im akut-stationären Bereich, überdurchschnittlich an der intensivmedizinischen Versorgung. Sie…

Versorgungsstrukturen an Bedürfnissen der Patient:innen ausrichten!

Eine weitere Lehre aus der Pandemie ist, dass eine „Bereinigung“ der Krankenhauslandschaft nach isolierten Kriterien wie Fahrzeiten, Bettenzahlen oder Coronapatienten nicht zielführend ist. Krankenkassen und verschiedene Gesundheitsökonomen behaupten, dass Krankenhäuser, die in der Krise nicht gebraucht wurden, geschlossen werden könnten. Computer simulierte Modelle sollen das belegen, doch diese Planspiele basieren auf nebensächlichen…

Sektorengrenzen abbauen und Innovationen erleichtern

Die Grenzen zwischen den Sektoren der deutschen Gesundheitsversorgung bleiben auch nach Jahrzehnten der Kritik für Patient:innen noch immer weitgehend undurchlässig. Folgen davon sind hohe Ausgaben, vermeidbare Doppeluntersuchungen, fehlende informatorische Verzahnung der einzelnen Behandler, zu lange stationäre Krankenhausaufenthalte bei leichteren Erkrankungen und die unzureichende Nutzung rehabilitativer Potentiale. Ein wesentlicher…

Digitalisierung voranbringen

Im deutschen Gesundheitswesen werden die Potenziale der Digitalisierung zwar erkannt, aber nach wie vor noch nicht ausreichend ausgeschöpft. Hauptgrund dafür ist im stationären Sektor die völlig unzureichende Investitionsfinanzierung. Die Investitionsbremsen müssen gelöst werden, denn die Digitalisierung ermöglicht neue Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten, sie erleichtert die Kommunikation zwischen den einzelnen Akteuren und ermöglicht…

Personalverantwortung zurück in die Kliniken geben

Personalstärke und -ausstattung von Krankenhäusern und Reha-/Vorsorgeeinrichtungen werden zunehmend durch gesetzliche Regelungen oder Strukturvorgaben der Kostenträger diktiert. Solche Eingriffe dienen weder der Patientensicherheit noch der Qualitätsverbesserung, sondern führen zu einem enormen bürokratischen Mehraufaufwand und entsprechen kaum den tatsächlichen Gegebenheiten und Anforderungen. Starre und pauschale Personalvorgaben stehen…

Ausbildung fördern

Dreh- und Angelpunkt für eine zukunftsfähige medizinische Versorgung der Bevölkerung sind gut ausgebildete Fachkräfte. Gegenwärtig besteht in Deutschland ein erheblicher Mangel an Ärzt:innen, examinierten Pflegefachkräften und Therapeut:innen. Diese Lücke wird von Jahr zu Jahr größer. Gründe dafür sind unter anderem steigende Patientenzahlen, altersbedingtes Ausscheiden von Ärzt:innen aus dem Beruf und Arbeitszeitreduzierung aufgrund…

Attraktive Arbeitsbedingungen

Weiterer Ansatzpunkt, um dem Fachkräftemangel entgegenzusteuern, ist es, die Gesundheitsberufe und das Arbeitsumfeld in der Patientenbetreuung attraktiver zu machen. Dazu brauchen die Einrichtungen taugliche Rahmenbedingungen, wie flexible und klare Regelungen zur besseren Qualifikation und Aufwertung verantwortungsvoller Leistung. Ärztliche und pflegerische Verantwortungsbereiche müssen stärker zusammenwachsen, pflegerische Tätigkeiten…

Faire Wettbewerbsbedingungen und Transparenz

Ein weiterer, nach wie vor bestehender offensichtlicher Systemfehler ist aus Sicht des BDPK die häufig anzutreffende Praxis staatlicher Krankenhausträger, negative  Betriebsergebnisse ihrer Krankenhäuser aus Steuermitteln auszugleichen. Diese Form der staatlichen Subventionierung verletzt den Grundsatz einer diskriminierungsfreien, wettbewerblich orientierten Gesundheitsversorgung. Kirchliche und private Träger werden dadurch deutlich…

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