Wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser
Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser in Deutschland bleibt angespannt. Nach aktuellen Daten des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI), schreiben rund zwei Drittel der Krankenhäuser Verluste. Nur ein sehr kleiner Teil der Einrichtungen bewertet die eigene wirtschaftliche Situation noch als gut.
Gleichzeitig gehen die Krankenhäuser auch für die kommenden Jahre von keiner nachhaltigen Entspannung aus. Ein Großteil der Einrichtungen erwartet weiterhin negative Jahresergebnisse, während nur ein geringer Anteil von einer Verbesserung ausgeht. Parallel berichten nahezu alle Häuser von erheblicher Unsicherheit im Hinblick auf künftige Leistungsstrukturen, Finanzierung und Planungssicherheit.
Damit zeigt sich ein deutliches strukturelles Problem: Die wirtschaftliche Stabilität der Krankenhäuser ist nicht mehr nur punktuell betroffen, sondern flächendeckend unter Druck geraten.
Strukturelle Ursachen der wirtschaftlichen Schieflage
Aus Sicht des BDPK ist die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung Ausdruck systemischer Rahmenbedingungen:
- steigende Personal- und Sachkosten bei unzureichender Refinanzierung
- hohe Fixkostenstrukturen bei gleichzeitig sinkenden oder stagnierenden Fallzahlen
- zunehmende regulatorische und bürokratische Belastungen
- fehlende Planungssicherheit durch häufige System- und Strukturänderungen
- begrenzte wirtschaftliche Flexibilität im bestehenden Vergütungssystem
Diese Faktoren führen dazu, dass wirtschaftliche Spielräume der Krankenhäuser zunehmend eingeschränkt werden, unabhängig von Trägerschaft oder Versorgungsstufe.
BDPK-Position
Der BDPK sieht angesichts dieser Entwicklung erheblichen Handlungsbedarf. Ziel muss es sein, die wirtschaftliche Stabilität der Krankenhäuser kurzfristig zu sichern und gleichzeitig strukturelle Fehlanreize im Finanzierungssystem abzubauen.
Dazu gehört insbesondere die konsequente Überprüfung von Strukturvorgaben im Hinblick auf ihren tatsächlichen Nutzen für die Versorgung sowie eine stärkere Orientierung der Finanzierung an realen Kosten- und Leistungsentwicklungen.
Nur so kann verhindert werden, dass wirtschaftlicher Druck unmittelbar in Versorgungsrisiken übergeht.