Grundlagen Krankenhäuser
Die wirtschaftliche Sicherung der Krankenhäuser ist eine zentrale Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige und flächendeckende Gesundheitsversorgung. Krankenhäuser sind verpflichtet, ihren Versorgungsauftrag unabhängig von ihrer Trägerschaft zu erfüllen und Patientinnen und Patienten bedarfsgerecht zu behandeln. Gleichzeitig müssen sie unter den Bedingungen begrenzter finanzieller Ressourcen wirtschaftlich handeln.
Die Finanzierung der Krankenhäuser erfolgt in Deutschland nach dem Prinzip der dualen Finanzierung. Während die Bundesländer für die Finanzierung von Investitionen verantwortlich sind, werden die laufenden Betriebskosten von den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen getragen.
Zunehmende Kostensteigerungen, unzureichend refinanzierte Tarifabschlüsse und ein anhaltender Investitionsstau stellen viele Krankenhäuser vor erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen.
Wie werden Krankenhäuser finanziert?
Die Finanzierung der Krankenhäuser erfolgt nach dem Prinzip der dualen Finanzierung.
Die Bundesländer finanzieren die Investitionen der Krankenhäuser. Dazu gehören beispielsweise Neubauten, Modernisierungen, die Erstausstattung sowie größere Anlagegüter. Die Investitionsfinanzierung ist Ausdruck der staatlichen Verantwortung für eine bedarfsgerechte Krankenhausversorgung.
Die laufenden Betriebskosten werden von den Krankenkassen getragen. Hierzu zählen insbesondere Personal-, Sach- und Behandlungskosten, die unmittelbar mit der Patientenversorgung verbunden sind.
Wie funktioniert die Vergütung von Krankenhausleistungen?
Die Vergütung der Krankenhausleistungen erfolgt überwiegend über diagnosebezogene Fallpauschalen (DRGs).
Die Zuordnung zu einer Fallpauschale richtet sich nach der Diagnose, dem Schweregrad der Erkrankung sowie den erbrachten Leistungen. Der unterschiedliche Behandlungsaufwand wird durch Bewertungsrelationen abgebildet.
Seit dem Jahr 2010 rechnen die allgemeinen Krankenhäuser ihre Leistungen grundsätzlich zu landeseinheitlichen Preisen ab. Die Vergütung einer Behandlung ergibt sich aus der Multiplikation der jeweiligen Bewertungsrelation mit dem Landesbasisfallwert.
Seit 2020 werden die Pflegepersonalkosten am Bett außerhalb der Fallpauschalen über ein gesondertes Pflegebudget finanziert.
Warum stehen viele Krankenhäuser wirtschaftlich unter Druck?
Viele Krankenhäuser sehen sich seit Jahren mit einer zunehmenden Unterfinanzierung konfrontiert.
Besonders deutlich wird dies bei den Personalkosten. Tarifsteigerungen werden nicht vollständig refinanziert. Dadurch entsteht eine Finanzierungslücke, die häufig als Tarifschere bezeichnet wird.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die medizinische Versorgung kontinuierlich. Krankenhäuser müssen daher mit begrenzten finanziellen Mitteln eine qualitativ hochwertige Versorgung sicherstellen.
Warum sind Investitionen ein Problem?
Ein zentrales Problem vieler Krankenhäuser ist die unzureichende Finanzierung von Investitionen.
Die Investitionsquote deutscher Krankenhäuser liegt seit Jahren auf niedrigem Niveau. Nach Einschätzung des BDPK besteht eine erhebliche Investitionslücke.
Fehlende Investitionsmittel erschweren die Modernisierung von Gebäuden, Medizintechnik und digitalen Infrastrukturen. Viele Krankenhäuser sind deshalb gezwungen, notwendige Investitionen aus eigenen Mitteln oder über Kredite zu finanzieren.
Warum ist wirtschaftlicher Erfolg wichtig?
Wirtschaftlicher Erfolg und eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung stehen nicht im Widerspruch.
Krankenhäuser benötigen finanzielle Spielräume, um in moderne Infrastruktur, Medizintechnik, Digitalisierung und Personalentwicklung investieren zu können. Wirtschaftliches Handeln schafft die Voraussetzungen für langfristige Investitionen und die Sicherung einer leistungsfähigen Versorgung.
Effiziente Prozesse und ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen tragen dazu bei, die medizinische Versorgung nachhaltig zu sichern.
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