Krankenhausbarometer 2025
Die wirtschaftliche Lage der deutschen Krankenhäuser bleibt angespannt und hat sich im Vergleich zu den Vorjahren weiter verschlechtert. 2024 haben 66 Prozent der Krankenhäuser Verluste geschrieben, das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2025 erwarten 71 Prozent ein negatives Jahresergebnis. Auch die Jahresergebnisse selbst verschlechterten sich 2024 im Vergleich zu 2023. 70 Prozent der Krankenhäuser stufen ihre wirtschaftliche Situation als eher unbefriedigend ein, nur sechs Prozent bewerten sie als eher gut. Dies sind die Ergebnisse des Krankenhausbarometers 2025, einer jährlich durchgeführten Repräsentativbefragung des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) unter den Allgemeinkrankenhäusern in Deutschland.
Wie auch im Vorjahr berichten 88 Prozent der Befragten, dass vor allem Preissteigerungen erhebliche Auswirkungen auf die Liquidität der Krankenhäuser hatten. 45 Prozent der Häuser waren dadurch auf finanzielle Mittel ihres Trägers angewiesen.
Die Krankenhausreform zeigt bereits spürbare Auswirkungen auf Planungssicherheit und Investitionen. Ein Großteil der Kliniken bewertet die allgemeine Planungssicherheit als eingeschränkt, etwa in Bezug auf Fallzahlentwicklung und Verfügbarkeit liquider Mittel. 37 Prozent der Häuser haben bereits begonnen, ihre Planungen an die neuen Herausforderungen anzupassen.
Das DKI hat die Krankenhäuser auch zur Pflegepersonalbemessungsverordnung (PPBV) befragt. Zwar soll diese die Personalsituation verbessern, doch 82 Prozent der Befragten empfinden sie als bürokratisch und wenig effektiv. 71 Prozent der Krankenhäuser berichten von geringer Akzeptanz der PPBV beim Pflegepersonal.
Nahezu alle Krankenhäuser verfügen über Alarm- und Einsatzpläne für technische, infrastrukturelle und gesundheitliche Krisen. Deutlich geringer ist die Vorsorge für seltene Ereignisse wie soziale Unruhen oder militärische Konflikte. 43 Prozent der Kliniken können einen Stromausfall mindestens drei Tage überbrücken. Nur jede zehnte Klinik kann die Patientenversorgung bei einem längerfristigen Blackout uneingeschränkt aufrechterhalten, und lediglich 20 Prozent haben Kooperationsvereinbarungen mit benachbarten Krankenhäusern getroffen.
