Gutachten zu den Kostensteigerungen im Jahr 2021 für medizinische Reha-Einrichtungen

Gutachten zu den Kostensteigerungen im Jahr 2021 für medizinische Reha-Einrichtungen

Die Neuauflage des Gutachtens der aktiva - Beratung im Gesundheitswesen GmbH im Auftrag der AG MedReha prognostiziert für das Jahr 2021 ohne Berücksichtigung der Corona-bedingten Mehraufwands Kostensteigerungen zwischen 2,24 und 2,87 Prozent. Eine Bewertung der Investitionsmittelanteile und deren Finanzierung muss auf Basis der individuellen Situationen der Kliniken separat erfolgen. Zusätzlich sind die besonderen ökonomischen und klinikindividuellen Auswirkungen der Pandemie auf die Rehabilitation zu berücksichtigen.

Das „Gutachten zur aktuellen und perspektivischen Situation der stationären Einrichtungen im Bereich der medizinischen Rehabilitation“ belegt anhand von Modellrechnungen die Kostenveränderungen für Rehabilitationskliniken für das Jahr 2021 (Anlage). Anhand von statistischen Daten und möglichst belastbaren Prognosen legen die Gutachter die Konsequenzen der erwarteten externen Kostenentwicklung auf die betriebswirtschaftliche Situation der Einrichtungen dar. Um die Prognosesicherheit der quantitativen Auswirkungen getroffener Annahmen zu erhöhen, werden minimale und maximale Veränderungsraten der einzelnen Positionen berechnet. Der errechnete Prognosekorridor der Kostensteigerungen für das Jahr 2020 zeigt im Vergleich zu 2010 Steigerungsraten zwischen 2,24 und 2,87 Prozent. Der Prognosekorridor bildet die Steigerungsraten für den reinen Betrieb der Rehabilitationseinrichtungen ab, um die Kostensteigerungen des Jahres 2021 im Durchschnitt zu refinanzieren. Eine Bewertung der Investitionsmittelanteile und deren Finanzierung muss auf Basis der individuellen Situationen der Rehabilitationseinrichtungen zu diesen Steigerungsraten addiert werden.

Das vorliegende Gutachten versucht bewusst die Pandemie-bedingten Sonderthemen von der Entwicklung dieser externen Preiseinflüsse auf die Aufwandspositionen zu trennen und führt die in der Zeitreihe seit 2006 entwickelte Kalkulationssystematik unter ceteris paribus - Bedingungen weiter fort. Daher wurde an verschiedenen Stellen auf andere Gutachten und Stellungnahmen zum Thema Corona und Rehabilitation verwiesen und es wurden Beispiele für Mehraufwände aufgelistet. Die ökonomischen Effekte aus diesem Komplex finden sich nicht in der hier vorliegenden Modellrechnung. Sie sind aber entscheidend für den Fortbestand der Rehabilitation in Deutschland und sollten daher zwingend in der Vergütungssituation der Rehabilitationskliniken durch die Zahlung eines für die Dauer der Pandemie befristeten leistungsbezogenen Corona-Zuschlags zusätzlich Berücksichtigung finden.

Vergütungssatzerhöhungen beantragen

Die gutachterliche Sicht zur zukünftigen Kostenentwicklung soll den Kliniken als Verhandlungshilfe mit den Rehabilitationsträgern dienen. Um die Auswirkungen der externen Einflussfaktoren auf die Rehabilitationseinrichtungen zu bestimmen, wurde auf Basis der GuV-Rechnungen mehrerer Rehabilitationseinrichtungen eine durchschnittliche relative Verteilung der einzelnen Aufwandspositionen berechnet. Durch Anpassung der Aufwandspositionen aus der Musterverteilung auf ihre individuelle GuV-Struktur, können Einrichtungen die vorgestellte Modellrechnung für ihre individuelle Klinik nutzen.

Das Gutachten finden Sie hier als Download.