RWI-Studie: Zukunft der Pflege im Krankenhaus

Die Studie geht der Frage nach, wie die Versorgungsqualität von Personaleinsatz abhängt und ob ein Mehr an Personal die Qualität spürbar erhöhen würde. Im Ergebnis sieht die Studie keine Evidenz für eine relevante Zunahme der Belastung der Pflege im Zeitverlauf oder eine Verschlechterung der Versorgungsqualität.

Die Studie untersucht in welchem Zusammenhang die Versorgungsqualität für die Patienten und der Personaleinsatz, insbesondere der Pflegeeinsatz, in Krankenhäusern in Deutschland stehen. Die Autoren analysieren dabei Daten des Statistischen Bundesamts und gehen mittels einer internationalen Literaturrecherche der Frage internationaler Evidenz für den möglichen Zusammenhang nach. Die Hauptergebnisse der Studie sind:

Pflege in Deutschland im Zeitverlauf

Auf der Basis der Makrozahlen des Statistischen Bundesamtes wurde keine Evidenz für eine relevante Zunahme der Belastung der Pflege festgestellt
Die Arbeitszufriedenheit in der Pflege hat dagegen im Zeitverlauf abgenommen
Trotz dieser Veränderungen im Pflegedienst ist keine Verschlechterung der Versorgungsqualität in den vergangenen Jahren zu beobachten, bei objektiven Qualitätsindikatoren (QSR) sogar eine leichte Verbesserung festzustellen
Die durch Pflegekräfte empfundene Versorgungsqualität ist in einigen Bereichen gesunken

Internationale Evidenz

Im internationalen Vergleich setzt Deutschland relativ wenige Pflegekräfte pro Fall ein, aber nur leicht unterdurchschnittlich viele Pflegekräfte pro Einwohner
Die unterschiedliche Ausstattung mit Pflege und Ärzten in den Ländern lässt vermuten, dass Gesundheitssysteme stark variierende Aufgabenspektren für Pflegekräfte und Ärzte haben
Die internationale Literatur, die den Zusammenhang von Pflegepersonalausstattung und Versorgungsqualität mit Hilfe von Mikrodaten analysiert, wurde systematisch ausgewertet. Im Durchschnitt kommt die Auswertung zu dem Ergebnis, dass eine bessere Personalausstattung leicht vorteilhaft zu sein scheint.
Auch die Qualifikation des Pflegepersonals geht im Durchschnitt mit einem leicht verbesserten Ergebnis einher.
Der Großteil der internationalen Studien bezieht sich auf die USA, nur sehr wenige auf Europa und keine auf Deutschland

Analysen auf der Krankenhausebene

Umfangreiche multivariate Regressionsanalysen auf Basis von Krankenhausdaten der Jahre 2002 bis 2013 des Statistischen Bundesamts mit einer Stichprobengröße von 20 000 konnten keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Zahl der Vollkräfte in der Pflege und der Mortalitätsrate nachweisen.
Die vorhandenen Makrozahlen in Deutschland weisen auf keine relevante Belastungszunahme der Pflege im Zeitraum 2002 bis 2014 hin. Die Zahl der Pflegekräfte je Fall ist gesunken, dagegen je Belegungstag um den gleichen Betrag gestiegen.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie auf der Website des RWI.
Unsere Partner