Regeln für das Entlassmanagement

Mit dem Versorgungsstärkungsgesetz hat der Gesetzgeber ein erweitertes Entlassmanagement in Krankenhäusern beschlossen. Um eine nahtlose Weiterversorgung nach der Entlassung für einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen sicherzustellen, können Krankenhausärzte mit abgeschlossener Facharztweiterbildung im Rahmen des Entlassmanagements Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmittel oder Soziotherapie verordnen.

Wichtige Voraussetzung für die rechtssichere Anwendung des erweiterten Verordnungsrechts war der Abschluss des Rahmenvertrages nach § 39 Abs. 1a S. 9 SGB V. Dort regeln KBV, GKV-SV und DKG bzw. Reha-Leistungserbringerverbände die Details zu den notwendigen Formularen.

Die massive Kritik der Krankenhäuser an der Anwendung der lebenslangen Arztnummer (LANR) der Kassenärztlichen Vereinigung war u. a. Grund für die schwierigen und langwierigen Verhandlungen in der Selbstverwaltung zum Entlassmanagement. Im Frühjahr 2017 konnten sich GKV-SV, KBV und DKG unter Vermittlung des BMG auf einen Kompromiss zur Anpassung der Rahmenvereinbarung verständigen. Festgelegt wurde die Nutzung einer eigenen Krankenhausarztnummer. Bis zur Einführung sollen Krankenhäuser eine neunstellige Fachgruppennummer analog zur Verfahrensweise in § 116b SGB V verwenden. Die Beantragung einer LANR bei den Kassenärztlichen Vereinigungen ist somit nicht erforderlich. In den Fällen, in denen Patienten keine Anschlussversorgung benötigen, können Krankenhäuser auf die – zusätzliche – Einholung der schriftlichen Einwilligung der Patienten nach der Anlage 1b verzichten. Damit wird einer Vielzahl von Fällen Rechnung getragen, in denen Patienten lediglich einen Entlassbrief erhalten, aber keine weitergehenden Maßnahmen des Entlassmanagements. Das Verordnungsrecht der Krankenhäuser wird durch Krankenhausärzte mit abgeschlossener Facharztweiterbildung ausgeübt.

Die neuen Regelungen zum Entlassmanagement traten am 1. 10. 2017 in Kraft. Die Neuregelungen wurden vom Fachausschuss Krankenhäuser intensiv diskutiert. Innerhalb einer Arbeitsgruppe der DKG, an der auch der BDPK beteiligt war, wurden Umsetzungshinweise für Krankenhäuser erarbeitet.


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