Eingriffe in das DRG-System

Die Selbstverwaltung wurde durch das KHSG verpflichtet, ein Konzept zur Korrektur einer möglichen Übervergütung von Sachkostenanteilen zu entwickeln und vereinbarte bereits 2016 die Anwendung eines Konzepts des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK).

Das Konzept basiert auf der Annahme eines Zeitverzugs bei der Ist-Kosten-Kalkulation. Da für die DRG-Kalkulation Kostenwerte aus dem Kalkulationsjahr verwendet werden (z. B. 2016), der Katalog aber erst zwei Jahre später gültig wird (z. B. 2018), sei die Kostenentwicklung zwischen Kalkulations- und Gültigkeitsjahr nicht berücksichtigt. Bei sinkenden Sachkosten ergebe sich so eine Übervergütung. Seit 2017 werden die mittleren Sachkosten durch den Bundesbasisfallwert des Anwendungsjahrs dividiert und die übrigen Kosten um einen Korrekturwert berichtigt. DKG und GKV-SV verständigten sich im ersten Anwendungsjahr 2017 auf eine Begrenzung der Sachkostenabwertung auf 50 Prozent. Vereinbarungsgemäß wurde die Begrenzung 2018 auf 60 Prozent der Differenz zwischen Bundesbasisfallwert und Bezugsgröße erhöht. Die Beträge, die bei der Absenkung der Sachkosten eingespart werden, sollen auf die Bewertungsrelationen der DRGs mit hohen Pflegekosten aufgeschlagen werden. Die Krankenhäuser werden damit gezwungen, günstigere Implantate und Medizinprodukte zu verwenden, ohne zu wissen, wie sich das auf die Versorgungsqualität der Patienten auswirkt. Es wäre abstrus, wenn diese Regelung am Ende zu deutlich früherem Austausch führen würde.

Absenkung oder Abstufung der Leistungsbewertung

Für Leistungen, bei denen es „Anhaltspunkte für im erhöhten Maße wirtschaftlich begründete Fallzahlsteigerungen“ gibt, wurde die Selbstverwaltung verpflichtet, eine gezielte Absenkung oder Abstufung der Bewertung der Leistungen vorzugeben (§ 17b Abs. 1 S. 5 KHG). Infolgedessen werden fünf DRGs abgesenkt, zwei DRGs abgestuft. Das bei der Sachkostenabsenkung verwendete InEK-Konzept wird auch zur Absenkung auf alle Kosten der Fallpauschalen I10D-G und I47C angewandt. Die Absenkung/Abstufung findet für den DRG-Katalog eine Anwendung in Höhe von 60 Prozent (2017: 50 Prozent). Die Abstufung erfolgt nach demselben Prinzip, betrifft aber nur Häuser, deren Fallzahl in den entsprechenden DRGs höher als der Median aller Häuser liegt.

Der BDPK kritisiert sowohl die Anpassung von Bewertungsrelationen in Bezug auf Sachkosten als auch die Absenkung/Abstufung von Bewertungsrelationen. Beide Eingriffe sind willkürliche Eingriffe in die DRG-Logik, die das anerkannte Kalkulationsprinzip des DRG-Systems in Frage stellen. Der Gesetzgeber läuft mit der Intention, über die Vergütungshöhe die Versorgung zu regeln, Gefahr, die Akzeptanz des DRG-Systems gefährden.


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