Kolumne von Thomas Bublitz

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Reha macht's besser - Lange Zeit musste man den Eindruck haben, die Rehabilitation und die Gesundheitspolitik würden nie beste Freunde. Egal in welchem Gesetz Verbesserungen vorgenommen wurden, sie gingen an der Rehabilitation stets vorbei. Nach dem PflegepersonalStärkungsgesetz (PpSG) scheint sich die Lage für die Rehabilitation zu ändern.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sein Wort vom BDPK-Bundeskongress 2018 gehalten und mit uns über die Rahmenbedingungen der medizinischen Rehabilitation gesprochen. Ganz oben auf der Agenda: das Thema Vergütung. Wir haben intensiv über die Auswirkungen des PpSG diskutiert. Die erheblichen Gehaltsunterschiede für Beschäftigte in Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen treiben die Mitarbeiter aus den RehaKliniken und machen sie so kaputt. Konsequenz wäre, dass sich der Pflegenotstand in den Krankenhäusern weiter zuspitzt, denn ohne Reha ist eine frühe Entlassung der Patienten aus den Krankenhäusern schlicht nicht mehr denkbar. Normal und Intensivstationen in unseren Krankenhäusern würden explodieren!
Weiteres wichtiges Thema: Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Leistungsentscheidungen der Krankenkassen über Reha-Anträge. Ganz im Sinne der Forderungen der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland müssen die Leistungsentscheidungen der Krankenkassen für verordnende Ärzte und Versicherte transparent und nachvollziehbar werden. Intensiv diskutiert wurde auch über die Frage des derzeitigen Vertragsrechtes. Wir haben intensiv dafür geworben, Leistungserbringerverbände auf Bundesebene in Verhandlungen von Eckpunkten für Versorgungsverträge einzubeziehen. Einzelne Kliniken können sich mit notwendigen Anpassungen von Versorgungsverträgen nie gegenüber der Gemeinschaft aller Krankenkassen auf Landesebene durchsetzen – obwohl sie relevante Inhalte, wie die Umsetzung des Hygiene und Entlassmanagements, die Arzneimittelversorgung und den Datenaustausch über die Versorgung der Patienten verbessern würden.
Last, but not least: Das Thema Klinikwahl. Viele zeitgerechte Überleitungen vom Krankenhaus in die Reha scheitern an schwierigen Debatten mit den Kassen über die Auswahl der Reha-Einrichtung. Es verwundert nicht, dass die Wünsche der Krankenkassen nach einer möglichst kostengünstigen Klinik nicht immer mit den Wünschen der Patienten nach einer besonders guten und wohnortnahen Klinik zusammenpassen. Es muss die freie Wahl unter den zugelassenen Vertragskliniken geben. Eine Reha-Gesetzgebung soll diese Probleme lösen. Mit einem entsprechenden Gesetzentwurf ist in diesem Herbst zu rechnen. Vielleicht schaffen es die  Reha-Einrichtungen und deren Verbände, sich möglichst geschlossen gegenüber der Politik zu positionieren.

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