Meinung

Bublitz_web

Trotz der parlamentarischen Sommerpause bleibt für die Politiker aller Parteien gerade keine Zeit zum Ausruhen. Sie stecken mitten im Wahlkampf und werben mit ihren politischen Vorhaben und Versprechungen um die Gunst der Wähler.

Die gesundheitspolitischen Forderungen des BDPK und seiner Mitgliedskliniken haben sie hoffentlich mit im Gepäck. Enthalten sie doch die wesentlichen Reformoptionen für das deutsche Gesundheitssystem mit Blick auf die bevorstehende 19. Legislaturperiode.

Der BDPK fordert darin den Ausbau eines wettbewerblich gestalteten Gesundheitswesens und erteilt damit der populären und vordergründig einfachen Forderung nach mehr staatlicher Regulierung eine klare Absage. Ein wettbewerblich gesteuertes Gesundheitswesen hat nämlich für Patientinnen und Patienten entscheidende Vorteile: Denn so lässt sich auch unter den bestehenden finanziellen Limitierungen die bestmögliche medizinische Versorgung ohne lange Wartezeiten organisieren. Die Patienten haben in diesem System die freie Auswahl unter den zugelassenen Leistungserbringern. Kliniken sind gezwungen, sich auf die Patientenbedürfnisse nach guter medizinischer Versorgung und Betreuung einzustellen.

Gegner des Wettbewerbes kritisieren, das deutsche Gesundheitssystem steuere so in eine falsche Richtung. Sie argumentieren mit Schlagworten wie Risikoselektion, Personalausbeutung und Qualitätsverluste in der Behandlung. Das ist aber nicht der Fall. Denn der Wettbewerb im Klinikbereich wird durch Rahmenbedingungen im Sinne von Leitplanken bestimmt: Die Risikoselektion von besonders kranken Patienten ist durch ein aufwandsbezogenes Vergütungssystem unterbunden. Die Krankenhausplanung sowie klare Versorgungsverträge mit Sicherstellungsverpflichtung regeln, welche Fachabteilungen zur Behandlung der Patienten vorzuhalten sind. Veränderungen sind nur mit Zustimmung der zuständigen Länderministerien möglich.

Schon heute schreiben viele OPS Codes als Grundlage der Leistungserbringung vor, in welchem Umfang ärztliches, therapeutisches und pflegerisches Personal am Patienten tätig sein muss. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die geschaffene Transparenz über die Qualität der medizinischen Versorgung durch die Entwicklung von Qualitätsindikatoren zur Messung und zum Vergleich der Behandlungsqualität. Ergänzt wird sie durch Berichts- und Veröffentlichungspflichten für jedes Krankenhaus. Dazu kommen Mindeststandards zur Qualifikation der Behandlungsteams, Mindestmengen für spezielle Operationen und Mindestausstattungen der Krankenhäuser. Auf Internetportalen können Patienten die Behandlungsqualität vergleichen. So werden sinnvolle Anreize gesetzt, die zu einer deutlichen Qualitätsverbesserung führen. Zusätzlich zum medizinischen Fortschritt ist die Patientensicherheit gestiegen, Infektions- und Sterblichkeitsraten sind deutlich gesunken.

Auch dieser Vorteil eines wettbewerblichen Gesundheitssystems darf nicht verschwiegen werden: Die wirtschaftliche Eigenverantwortung macht es den Kliniken sicher schwer, aber sie sorgt für eine sinnvolle und gezielte Mittelverwendung und verhindert Verschwendung. Denn wir dürfen nicht nur die Interessen von 19 Millionen Krankenhauspatienten sehen, sondern auch die von den anderen 60 Millionen Bundesbürgern, die diese Leistungen mitfinanzieren müssen. Für den Wettbewerb im Gesundheitswesen in der neuen Legislaturperiode zu streiten, ist vielleicht nicht gerade populär, lohnt sich aber.


Unsere Partner