Klartext aus Bad Driburg

Was macht eine gute Reha-Klinik aus? Warum ist Reha so wichtig? Und: Wie steht es um ihre Zukunft? Antworten darauf gibt Marko Schwartz, Geschäftsführer Gräfliche Kliniken Bad Driburg.

Marko Schwartz, Geschäftsführer der „Gräflichen Kliniken“ im nordrhein-westfälischen Bad Driburg, sieht die Reha im Wandel.

WAS MACHT EINE GUTE REHA-KLINIK AUS?

Marko Schwartz: „Vor allem die Zufriedenheit des Patienten. Für diese Zufriedenheit spielen mehrere Aspekte wie die Ausstattung der Klinik, die Angebote in Therapie- und Freizeit, das Essen, die Mitstreiter und die Zuwendung des Klinikpersonals eine entscheidende Rolle. Dabei tritt eine Reha mit messbarer Qualität vermehrt in den Vordergrund. Denn am Ende muss sich der Erfolg einer Reha-Klinik für alle in erster Linie über den Therapie-Erfolg und die Einhaltung der hierfür erforderlichen Therapiestandards definieren, sodass der Patient wieder gestärkt am Alltagsleben teilhaben kann. Eine gute Reha-Klinik macht aber auch ein gutes Team von Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten aus, das sich gemeinsam für die Behandlung des Patienten einsetzt.“

WARUM IST REHA HEUTE SO WICHTIG?

Marko Schwartz: „Die Rehabilitation gehört neben der Primärversorgung (Arztbehandlung) und der Akutversorgung (Krankenhausbehandlung) zu den drei tragenden Säulen unseres Gesundheitssystems. Gerade während der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, wie wichtig und wie leistungsfähig Reha-Kliniken sind.

Ein Gesundheitssystem ohne diese dritte Säule ist wie ein Vogel ohne Flügel. Denn die Rehabilitation stellt ein wichtiges Bindeglied zwischen der Akutversorgung und der aktiven Teilnahme am Alltag dar. Sie gewährleistet , dass Menschen wieder leistungsfähig werden – medizinisch, beruflich und sozial. Damit ist sie auch eine wesentliche Stütze zur Absicherung der Erwerbstätigkeit der Menschen in Deutschland. “

WIE STEHT ES UM DIE ZUKUNFT DER REHA?

Marko Schwartz: „Die Reha steht vor drei großen Herausforderungen. Erstens: Wie auch im Krankenhauswesen wird sich allein die Qualität in der Rehabilitation durchsetzen. Dies wird zu einer stärkeren Spezialisierung führen, so dass auch im Reha-Bereich Kompetenzzentren entstehen, die in Kombination von stationären, ambulanten und digitalen Versorgungsangeboten den Ton angeben werden.

Zweitens: Dabei wird es gelten, neben Qualitätskriterien im Reha-Bereich auch die regelmäßige Qualitätsmessung zu etablieren. Nur sie kann den langfristigen Erfolg einer Reha belegen.

Die dritte und größte Herausforderung ist der Fachkräftemangel. Er betrifft das gesamte Gesundheitswesen. In der Reha gibt viele Ansätze diese Herausforderung zu meistern, z.B. durch die eigene Ausbildung von Pflegekräften. Dies ist aber Rehabilitationskliniken durch den Gesetzgeber bisher nicht erlaubt. Das muss sich dringend ändern. Und: Qualität hat ihren Preis. Eine Pflegekraft in einer Reha-Klinik muss beispielsweise die selbe leistungsgerechte Bezahlung erhalten können, wie eine Pflegekraft im Akutbereich. Hierfür ist dann aber auch eine Erhöhung der Vergütungssätze durch die Kosten- und Leistungsträger erforderlich.“

Den Beitrag finden Sie im Blog auf der Website der Kampagne Reha.Macht´s.besser!