Waldburg-Zeil Fachkliniken Wangen: Reha für Kinder und Jugendliche mit kinder- und jugendpsychiatrischen Erkrankungen

Kinder und Jugendliche sind durch die COVID-19-Pandemie besonders stark betroffen. Die Schließungen der Schulen und Kitas gehen mit dem Verlust sozialer Kontakte einher, Alltagsroutinen für Kinder und deren Familien sind verloren gegangen. Stress, Aggression in den Familien sowie häusliche Gewalt aufgrund räumlicher Enge und geringer außerfamiliärer Freizeitaktivitäten während des Lockdowns nehmen drastisch zu.

Laut einer Studie der DAK mit der Uni Hamburg geben 71  Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen an, dass sie die Corona-Krise äußerst oder ziemlich belastet. Kinder leiden besonders unter den psychischen Folgen des Lockdowns – Studien wie der aktuelle „Versorgungsmonitor Ambulante Kinder- und Jugendmedizin“  oder eine Langzeitstudie aus England belegen das.

Damit nehmen die Gründe für die Notwendigkeiten medizinischer Reha-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche weiter zu. Die sogenannten F-Diagnosen nach ICD-10  - psychische und Verhaltensstörungen - sind der häufigste Grund. Bis 2015 waren dies die Atemwegserkrankungen, die mittlerweile an zweiter Stelle liegen.

Leitlinienorientiertes Reha-Angebot für Kinder und Jugendliche

Um den besonderen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen gerecht zu werden hat die Waldburg-Zeil Fachkliniken Wangen in Abstimmung mit der Rentenversicherung Baden-Württemberg ein leitlinienorientiertes Reha-Angebot für Kinder und Jugendliche mit kinder- und jugendpsychiatrischen Erkrankungen und/oder besonders belastenden Lebensumständen entwickelt. Als Pilotklinik startete sie im Juni 2020 mit strukturierten und standardisiert modularisierten Angeboten. Sie werden entsprechend der individuellen Bedarfe und Bedürfnisse der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden sowie ihrer erwachsenen Begleitpersonen angepasst. Die Neukonzeption fördert die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg (DRV) und wird durch das Rehabilitationswissenschaftliche Forschungsinstitut in Ulm (ifr) wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Die erfolgreiche Reha von Kindern und Jugendlichen mit den genannten F-Diagnosen setzt ein hohes Maß an Individualisierung und hochprofessioneller Unterstützung beziehungsweise  Begleitung voraus. Die Klinik differenziert zwischen persönlichen Besonderheiten sowie externen Herausforderungen und Belastungen:

  • schulmeidendes Verhalten
  • sonderpädagogischer oder besonderer Förderbedarf
  • Autismus-Spektrum-Störung
  • Schulbegleitungsbedarf
  • Kinder und Jugendliche psychisch kranker Eltern
  • Kinder und Jugendliche aus außerfamiliärer Unterbringung
  • Trauer/Tod eines Elternteils
  • Mobbing/Bullying

Den Therapeuten ist bewusst, dass Kinder und Jugendliche besonders mit Beginn einer Reha-Maßnahme besondere Unterstützung benötigen. Die von der DRV geforderte Eigenmotivation oder die Gruppenfähigkeit kann nicht immer von Anfang an von allen Kindern und Jugendlichen eingefordert werden. Die Fachkliniken Wangen unterstützen das mit Hilfe zur Selbsthilfe, die stetig zu mehr eigenverantwortlichem Handeln und Wirken führt. Dieses zu erleben, ist für Rehabilitandinnen und Rehabilitanden ein wesentlicher Bestandteil der Reha.

Teilhabe verbessern

Die Fachkliniken Wangen setzen auf leitlinienbasierte Angebote. Für die Hauptdiagnosen ADHS, Depression, Angst, Adipositas, Sprachentwicklungsstörungen und globale Entwicklungsstörungen hat das Team entsprechende altersdifferenzierte therapeutisch-pädagogisch standardisierte Angebote und Schulungen entwickelt. In alters- und diagnosehomogenen Gruppen begleitet das interdisziplinäre Team Kinder und Jugendliche sowie ihre erwachsenen Bezugspersonen bei einer Verbesserung der Alltagsbewältigung. Zudem hat die Klinik sich interne Mindeststandards für Angebote im Bereich der bewegungstherapeutischen, gesundheitsfördernden sowie handlungsorientierten Rehabilitationsangebote gesetzt und ihr ergotherapeutisches und psychomotorisches Angebot spezifiziert.

Für wen ist dieses Angebot gedacht?

Kinder und Jugendliche mit kinder- und jugendpsychiatrischen Erkrankungen/Diagnosen (stets auch als Nebendiagnosen möglich):

  • F20 Schizophrenie
  • F32.1 ff mittelgradig depressive Episoden
  • F33 rezidivierende depressive Störung
  • F40/41 Ängste und phobische Störungen
  • F42 Zwangserkrankungen
  • F43.1 Posttraumatische Belastungsstörung
  • F44 Dissoziative Störungen
  • F90 AD(H)S/Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens
  • F91 Störung des Sozialverhaltens
  • F92 Kombinierte Störungen des Sozialverhaltens und der Emotionen
  • F94.1 ff (Reaktive) Bindungsstörung

Des weiteren Kinder und Jugendliche mit besonderen Herausforderungen:

Einige Einschränkungen sind als solche nicht in einer Rehabilitation veränderbar. Sie setzen jedoch die Kinder und Jugendliche sowie ihre Umgebung regelmäßig vor besondere Herausforderungen und gehen in der Regel mit einer erhöhten Gefährdung der weiteren, insbesondere der schulisch-beruflichen Teilhabe einher.