Vorsorge und Reha für Mütter und Väter

Die Bedeutung von stationären Vorsorge- und Reha-Maßnahmen für Mütter und Väter nimmt mit Blick auf den demografischen Wandel und den steigenden Fachkräftemangel weiter zu. Die Qualitätsanforderungen an die Einrichtungen wachsen stetig, werden jedoch selten refinanziert.

Um einen Qualitätswettbewerb unter den Einrichtungen zu ermöglichen und den Müttern und Vätern eine bestmögliche Versorgung bieten zu können, ist eine leistungsgerechte Vergütung der Maßnahmen unerlässlich.

Die stationäre medizinische Vorsorge und Rehabilitation für Mütter, Väter und Kinder wirkt spezifischen Gesundheitsrisiken oder bestehenden Erkrankungen von Müttern und Vätern entgegen. Die ganzheitlichen Angebote berücksichtigen dabei auch psychosoziale Problemsituationen von Familien wie Trennungen, Partnerschafts- und Erziehungsprobleme. Nach vielen Jahren, die von einem willkürlichem Bewilligungsverhalten, Uneinheitlichkeit und einer weitgehend ablehnenden Haltung vieler Gesetzlicher Krankenkassen (GKV) bestimmt waren, hat sich das Leistungssegment der Stationären Vorsorge- und Rehabilitation für Mütter und Väter nun stabilisiert.

Vorsorge und Rehabilitation für Mütter und Väter ist Pflichtleistung der GKV

Die gesetzlichen Grundlagen für die Entwicklung der Ver- sorgungsform wurden erst im Jahre 2002 mit der offiziellen Aufnahme in den Leistungskatalog der GKV geschaffen. Und das, obwohl die Maßnahmen schon über 30 Jahre zuvor von den meisten Krankenkassen per Satzungsleistung finanziert wurden. Seit dem Jahr 2007 gehören die Maßnahmen der stationären Vorsorge und Rehabilitation für Mütter und Väter nun zu den Pflichtleistungen der GKV und stehen damit gleichberechtigt und direkt neben den Individualrehabilitationsmaßnahmen. Die Rehabilitationsträger müssen dabei dem Wunsch- und Wahlrecht der Versicherten bei Vorliegen von berechtigten Wünschen folgen. So sind auch die Krankenkassen als alleinige Träger von Vorsorge- und Reha-Maßnahmen für Mütter und Väter ausdrücklich verpflichtet, das Wunsch- und Wahlrecht bei Mütter-Väter-Kinder-Maßnahmen zu beachten.

Verlässliche Partner für Mütter, Väter und Kinder - Private in den Fallzahlen vorne

Im Jahr 2016 haben laut einer Statistik des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) insgesamt 112.563 Mütter und 3.292 Väter eine stationäre Maßnahme mit Kindern absolviert. Die Maßnahmen können in allen Einrichtungen mit einem Versorgungsvertrag nach § 111a SGB V (Einrichtungen des Müttergenesungswerks und sogenannte „gleichartige Einrichtungen“) erbracht werden. Mit über 65.000 Fällen im Jahr 2016 übernahmen Einrichtungen in privater Trägerschaft 56 Prozent der Vorsorge- und Rehabilitations-Maßnahmen für Mütter, Väter und Kinder. Die Zahl der privaten Einrichtungen im Verhältnis zu Einrichtungen des Müttergenesungswerks liegt aufgrund der durchschnittlich höheren Bettenzahl in Einrichtungen privater Träger dabei bei rund 45 Prozent.

Leistungsgerechte Vergütung sichern und Qualitätswettbewerb fördern

Die Bewilligungszahlen bewegen sich seit drei Jahren auf einem stabilen Niveau, wobei die Ausgaben für das Leistungssegment 2017 erst wieder das Niveau des Jahres 2000 erreicht haben. Dagegen haben sich die Gesamtausgaben der GKV in dieser Zeit um mehr als 71 Prozent erhöht. Der Anteil an den Gesamtausgaben der GKV liegt somit bei nur noch 0,18 Prozent – trotz der steigenden Bedeutung von stationären Vorsorge- und Reha-Maßnahmen für Mütter und Väter. Im Jahre 2000 lag dieser noch bei 0,31 Prozent. Im Vergleich zu somatischen und psychosomatischen Individual-Rehabilitationsmaßnahmen werden Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen für Mütter, Väter und Kinder von den gesetzlichen Krankenkassen mit einem deutlich geringeren Vergütungssatz finanziert.

Gleichzeitig steigen jedoch die an Mutter-Vater-Kind-Einrichtungen gestellten Qualitäts- und Leistungsanforderungen stetig an, beispielsweise durch die Vorgaben im QS-Reha®-Verfahren. Die im Jahr 2004 zwischen den Spitzenverbänden der Krankenkassen, dem Müttergenesungswerk und dem Bundesverband Deutscher Privatkliniken (BDPK) ausgehandelten bundeseinheitlichen Anforderungsprofile für stationäre medizinische Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen für Mütter, Väter und Kinder sollten ein einheitliches Leistungsgeschehen sichern. Diese Profile sind jedoch veraltet und nicht kompatibel mit den im QS-Reha® formulierten Anforderungen.

Der BDPK setzt sich in diesem Sinne für Qualitätstransparenz und die Weiterentwicklung qualitativ hochwertiger Leistungen für Mütter, Väter und Kinder ein. Damit die stationäre Vorsorge- und Rehabilitation für Mütter und Väter auch weiterhin ein integrativer Bestandteil der Gesundheitsversorgung in Deutschland bleibt, muss die Leistungsfähigkeit der Einrichtungen durch eine leistungsgerechte Vergütung gesichert und ein Qualitätswettbewerb gefördert werden.