Stellungnahme zum Arbeitsentwurf einer geänderten Approbationsordnung für Ärzte und Ärztinnen (ÄApprO)

Das Bundesgesundheitsministerium hat einen Arbeitsentwurf für eine geänderte Approbationsordnung für Ärztinnen und Ärzte vorgelegt. Wir haben als Verband dazu wie folgt Stellung genommen.

Positiv bewerten wir, dass im Entwurf einer neuen Approbationsordnung für Ärztinnen und Ärzte in § 1 (2) 3. unter den Zielen der ärztlichen Ausbildung auch die erforderlichen allgemeinen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in Bezug auf die Rehabilitation genannt werden. Die dem gesamten Gesundheitssystem zu Grunde liegende Prämisse des teilhabeorientierten Handelns muss insbesondere vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und der Versorgungsrealitäten im deutschen Gesundheitssystem dringend verstärkt werden. Den angehenden Ärztinnen und Ärzten müssen die Grundlagen der ICF Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit vermittelt und die Bedeutung der selbstbestimmten und gleichberechtigten Teilhabe und Teilnahme an der Gesellschaft und Umwelt für ihre Patientinnen und Patienten verdeutlicht werden. Mit der UN-Behindertenrechtskonvention und dem Bundesteilhabegesetz wurden das Recht auf Teilhabe und Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderungen gestärkt. Rehabilitation hat für die Umsetzung dieser Rechte eine essenzielle Bedeutung. Zudem ist die Rehabilitation ein fester Bestandteil der Versorgungskette. Aus diesem Grund muss bereits im Medizinstudium auch Wissen zu den rechtlichen Grundlagen, Abläufen und Wirkmechanismen der Rehabilitation vermittelt werden.

In diesem Zusammenhang ist die stärkere akademische Präsenz von Rehabilitationsmedizinern dringend erforderlich. Die fachbezogene Lehre im Querschnittsfach „Rehabilitation, Physikalische Medizin, Naturheilverfahren“ kann jedoch nur an wenigen Universitätskliniken mit einem eigenen Lehrstuhl und größerer physikalisch-rehabilitativer Abteilung ausreichend vermittelt werden. Die rehabilitative Patientenversorgung findet zu einem Großteil in außeruniversitären Strukturen statt. Aus diesem Grund müssen aus Sicht des BDPK dringend die Grundlagen für entsprechende Kooperationen mit geeigneten Reha-Einrichtungen geschaffen werden.

Neben der theoretischen Wissensvermittlung ist es ebenso wichtig, dass  Medizinstudentinnen und Medizinstudenten praktische Erfahrungen in Rehabilitations-Einrichtungen sammeln und die gesundheitliche Entwicklung von Patientinnen und Patienten auch im Langzeitverlauf, über die ambulante und stationäre Krankenversorgung hinaus, kennenlernen und begleiten können. So sollen die Studentinnen und Studenten auch ausführliche Untersuchungen und Anamneseerhebungen bei Patientinnen und Patienten im Rahmen einer Rehabilitationsmaßnahme unter Anleitung von Reha- bzw. Sozialmedizinern durchführen. Der BDPK hält die Möglichkeit der Absolvierung eine Quartals des Praktischen Jahres in einer Reha-Einrichtung und die Etablierung eines verpflichtenden Reha-Blockpraktikums in diesem Sinne für dringend erforderlich.