Reha Online 2.0

Im Rahmen der Kampagne „Reha. Machts’s besser!“ hat der BDPK wie schon in 2020 die Online-Präsenz von Reha-Einrichtungen in Deutschland analysiert. Das Ergebnis zeigt, immer mehr Patien:innen, Angehörige und Einweiser:innen nutzen im digitalen Zeitalter das Internet für die Suche nach geeigneten Rehakliniken.

Wie sich Patient:innen im Internet über Rehakliniken informieren. Grafik: BDPK/Kampagne "Reha. Macht's besser!"

Insbesondere zur Ausübung des Wunsch- und Wahlrechts, welches vor allem im Bereich der Deutschen Rentenversicherung künftig eine entscheidende Rolle spielen wird, ist es von Bedeutung, relevante Informationen objektiv und adressatengerecht zur Verfügung zu stellen. Auch spielen die digitalen Auftritte der einzelnen Rehakliniken eine immer wichtigere Rolle bei der Gewinnung von Personal und Patient:innen.

Google als erste Anlaufstelle

Über 90 % aller Suchanfragen in Deutschland werden aktuell über die Suchmaschine Google getätigt. In der heutigen Wissensgesellschaft muss die gewünschte Information schnell abrufbereit sein. Das Prinzip einer Googlesuche ist unkompliziert: Einfach den gewünschten Begriff in die Suchleiste eingeben und eine Vielzahl von Vorschlägen erhalten. Die Suche nach dem Begriff „Rehaklinik“ zeigt, dass sich unter den ersten fünf Treffern Verzeichnisse bzw. Vergleichsportale befinden. Ein ähnliches Bild zeigte sich bereits in unserer Analyse aus dem Jahr 2020, bei der Rehaanbieter allerdings erst ab der 7. Position zu finden waren.

Die Ergebnisse bei Google werden individualisiert angezeigt und sind abhängig von z. B. Wohnort, zuvor getätigten Suchen und persönlichen Einstellungen. So werden teilweise Rehakliniken in der geografischen Umgebung bevorzugt angezeigt.

Portale haben an Bedeutung gewonnen

Besonders die Zugriffzahlen der Verzeichnisse bzw. Portale machen deutlich, wie stark diese an Bedeutung gewinnen. Mit monatlich 524.000 Zugriffen informiert DAS REHAPORTAL von Qualitätskliniken.de die meisten Patient:innen, gefolgt von Rehakliniken.de mit 237.000 Aufrufen. Seit 2020 ist ein Wachstum (+5,54%) zu verzeichnen. Ein eindeutiger Hinweis darauf, dass bei der Suche einer geeigneten Rehaklinik von den Nutzer:innen die Vergleichsplattformen bevorzugt werden bzw. allgemein die Internetnutzung bei der Suche nach Kliniken weiter ansteigt. Der Vorteil für die Userer:innen der Plattformen ist klar: Alle wichtigen Daten stehen kompakt zur Verfügung, sodass eine fundierte Auswahl schneller und einfacher getroffen werden kann. Das Rehaportal Qualitätskliniken.de überzeugt beispielsweise mit einer indikationsbezogenen Suche und fundierten Bewertungen. Auch die Suchmaschine Google registriert dieses Suchverhalten und zeigt Plattformen in den Suchergebnissen bevorzugt an, ähnlich der Suche nach Hotels.

Obwohl die Plattformen bei einer ersten Orientierung helfen, die Internetseiten der einzelnen Rehakliniken haben in ihrer Relevanz für User:innen zugenommen. Denn sie beinhalten zusätzlich vertiefende Informationen und stellen häufig den ersten Kontakt zwischen Rehaklinik und den Patient:in her.

Facebook und Instagram zum Austauschen und Informieren

Die Social-Media Plattformen Facebook und Instagram sind für viele Menschen bei der Suche nach Informationen nicht mehr wegzudenken. Bereits 2020 nutzten Krankenhäuser die sozialen Medien verstärkt, um sich mit Patient:innen zu vernetzen und zu informieren. Nun sind auch Rehaeinrichtungen auf diesen Social-Media-Kanälen präsenter und nutzen sie mit kreativen Inhalten zur Patientengewinnung, aber auch für das Personalrecruiting.

Der Vergleich der Follower-Zahlen der Rehaeinrichtungen in Deutschland mit dem Analysejahr 2020 lässt ein deutliches Wachstum erkennen. So wuchsen beispielsweise die Instagram-Abonnent:innen der Asklepiosklinik Bad Sobernheim innerhalb von zwei  Jahren von 4.560 auf 11.800 . Auch andere Rehakliniken können Follower-Zahlen im vierstelligen Bereich vorweisen. Große Klinikgruppen besitzen unterdessen häufig mehrere Accounts für ihre verschiedenen Einzelhäuser. So können Patient:innen schnellstmöglich über Neuerungen und das Leistungsangebot informiert werden. Wird ein Instagram Account mit Authentizität durch die Rehaklinik geführt, kann das für die Wahl der richtigen Rehaklinik für Patient:innen Relevanz besitzen.

Rehaeinrichtungen sind ebenfalls auf Facebook vertreten. Hier findet ein reger Austausch zu rehaspezifischen Themen in Facebook-Gruppen statt: Patient:innen berichten über ihre Erfahrungen in den Rehakliniken und treten über die Wirkung und Qualität der rehabilitativen Maßnahmen in den Diskurs. Für die Vorstellung unterschiedlicher Berufsbilder in der Reha zur Gewinnung von Fachkräften nutzte die Kampagne „Reha. Macht’s besser!“ erfolgreich den Hashtag Montagslächeln und erzielte eine Reichweite von bis zu 7.165. (Die Reichweite sagt aus, wie viele Menschen durch ein bestimmtes Medium erreicht werden. In der Social Media Kommunikation bezeichnet die Reichweite die Anzahl an Menschen, die einen Beitrag d.h. Post angezeigt bekommen.)

Auch in den Facebook-Gruppen ist ein Anstieg der Mitglieder festzustellen. So verzeichnet die Facebook-Gruppe „Kinderreha Ratgeber“ einen Zuwachs von 4.932 auf 6.663. Auch die Gruppe „Kur/ Reha/ Infos! Deutschland“ weist eine Steigerung von 3.809 auf 5.681 auf. Die größte Facebook-Gruppe ist „Behindertenausweis, EM-Rente, DRV, Reha, Krankengeld, Pflegegrad“ mit 23.814 Mitgliedern.

Twitter unterstützt bei der Meinungsbildung

Bereits vor zwei Jahren haben wir festgestellt, dass die Plattform Twitter Potential für eine Vernetzung von Rehakliniken zu Akteuren in Politik, Wissenschaft und Verwaltung der Branche hat. Rehakliniken bzw. Vertreter:innen aus den Kliniken sind auf Twitter aber weiterhin kaum zu finden. Ein Austausch zu Rehathemen findet auf Twitter immer noch zu wenig statt, obwohl die Stärken der Plattform besonders in der Pandemie deutlich wurden: Unter dem #Gesundheit konnten sowohl private Nutzer:innen als auch Institutionen wie das Bundesgesundheitsministerium informieren und Raum für Diskussionen schaffen.