Reha braucht Corona-Zuschlag

Trotz Wiederaufnahme des Regelbetriebs haben die Reha-Einrichtungen mit finanziellen Einbußen zu kämpfen. Gemeinsam mit der AG MedReha hat sich der BDPK nun an Reha-Träger und Politiker gewandt und einen Corona-Zuschlag gefordert.

Mitte März wurde nicht nur in Krankenhäusern, sondern auch in den Vorsorge- und Reha-Einrichtungen der Regelbetrieb massiv heruntergefahren. Die dadurch entstandenen Einbußen konnten zu einem Teil durch die Rettungsschirme der Bundesministerien für Gesundheit sowie Arbeit und Soziales aufgefangen werden. Nun wird seit Mai der Regelbetrieb wieder hochgefahren, die Patienten kehren in die Einrichtungen zurück. Alles wieder zurück zum Normalbetrieb, könnte man meinen. Doch dem ist nicht so. Aktuell liegt die Auslastung der Vorsorge- und Reha-Einrichtungen zwischen 60 und 80 Prozent. Die Betriebskosten sind dennoch die gleichen, wie vor der Krise. Denn aufgrund der Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen ist ein deutlicher Mehraufwand nötig. So mussten Gruppengrößen verkleinert und Großgruppen in kleinere Einheiten überführt werden, das Essen wird in mehreren Schichten eingenommen oder auf dem Zimmer serviert und die Einrichtungen müssen Räumlichkeiten für Quarantäne-Patienten vorhalten. Hinzu kommt die Durchführung präventiver Corona-Testungen von Personal und Patienten. Trotz weniger Patienten wird das volle Personal benötigt.

Laut den Verbänden der AG MedReha, zu der auch der BDPK zählt, besteht aufgrund des deutlichen Mehraufwands für die Reha-Einrichtungen ein dringender Handlungsbedarf hinsichtlich einer adäquaten Finanzierung. Zwar haben die Rettungsschirme der Regierung die kurzfristige Liquidität der Kliniken gesichert. Doch die Maßnahmen sind nicht ausreichend.

Bereits im Mai hat die AG MedReha Kontakt zur DRV Bund aufgenommen und eine detaillierte Auflistung des durch die Corona-Pandemie entstandenen Mehraufwands für die Vorsorge- und Reha-Einrichtungen vorgelegt. Die Auflistung beinhaltet eine Zusammenstellung aller notwendiger Personal- und Sachkosten, um Hygiene- und Social-Distancing-Maßnahmen entsprechend der nötigen Vorgaben einzuhalten und wurde mit Praktikerinnen und Praktikern verschiedener Reha-Einrichtungen entwickelt. Den Berechnungen zu Folge ist ein zusätzlicher Beitrag zwischen 21 und 30 Euro pro Tag und Rehabilitand nötig, um die zusätzlichen Aufwendungen zu finanzieren. In einem entsprechenden Gutachten der aktiva Beratung im Gesundheitswesen GmbH wird ein benötigter Zuschlag von rund 21 Prozent auf den geltenden Vergütungssatz nachgewiesen.

Um der Forderung nachhaltig Druck zu verleihen, hat sich die AG MedReha an die Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gewandt. Ein Corona-Zuschlag für Vorsorge- und Reha-Einrichtungen ist dringend erforderlich. Andernfalls können die bisherige Qualität und Patientensicherheit so nicht mehr garantiert werden. Und die Gefährdung von Patientenleben darf nicht in Kauf genommen werden!

Corona-Zuschlag der DRV kommt – Gespräche mit der GKV folgen
Am 15. Juli hat die DRV einen einheitlichen Corona-Zuschlag in Höhe von 8 Euro pro Patient und Belegungstag, zahlbar ab 1. August 2020, beschlossen. Damit ist die Deutsche Rentenversicherung nicht auf die höher angesetzten Forderungen der AG MedReha eingegangen. Dennoch begrüßen wir die Entscheidung der DRV. Der Corona-Zuschlag ist für die Vorsorge- und Reha-Einrichtungen dringend notwendig und ein erster Schritt in die richtige Richtung. Weitere Gespräche mit der Rentenversicherung bezüglich einer Anpassung werden sicherlich folgen.

Auch im Bereich der GKV-Reha ist ein leistungsgerechter Corona-Zuschlag für Vorsorge- und Reha-Einrichtungen dringend notwendig. Die Forderungen der Leistungserbringer sind kommuniziert. Nun kommt es darauf an, möglichst schnell gemeinsam eine gute Lösung zu finden.