Reform der Psychotherapeutenausbildung

Die Psychotherapeutenausbildung soll künftig durch ein 5-jähriges Hochschulstudium der Psychotherapie mit theoretischer und auch praktischer Ausbildung erfolgen. Anlässlich der Verbändeanhörung am 04.02.2019 im BMG zum Referentenentwurf haben sowohl der BDPK als auch die DKG eine Stellungnahme eingereicht.

Der Referentenentwurf unterteilt die zukünftige Ausbildung entsprechend der Vorgaben des Bologna-Prozesses in einen Bachelor- und einen Masterabschnitt. Nach erfolgreicher Masterprüfung ist eine staatliche Prüfung vorgesehen, die zur Approbation führt. Im Anschluss soll dann ein Fachkundenachweis im Rahmen einer Weiterbildung erfolgen.

Der BDPK als auch die DKG begrüßen in ihren Stellungnahmen grundsätzlich die Neuregelung, mahnen jedoch an einigen Stellen Nachbesserungsbedarf an: Auch rehabilitative Kenntnisse sollten neben psychotherapiewissenschaftlichen, psychologischen, pädagogischen und medizinischen Kenntnissen in der Ausbildung der Psychotherapeuten vermittelt werden.

Anpassungen in der Ausbildung der Psychotherapeuten sollten an einer optimalen Patientenversorgung und den besonderen Bedürfnissen von Menschen mit psychischen Erkrankungen unter Gewährleistung der Patientensicherheit ausgerichtet werden.

Die Mehrkosten der Krankenhäuser für die künftige Psychotherapeutenaus- und -weiterbildung werden rund 100 Mio. € pro Jahr betragen. Deshalb sollte für die zur Weiterbildung neu zu schaffenden Stellen eine Refinanzierung in voller Höhe gesetzlich vorgegeben werden.

Aus den Bezeichnungen sollte eine Abgrenzung zu den ärztlichen Psychotherapeuten hervorgehen.

Um eine Approbation zu erlangen, müssen ausreichende Kenntnisse in der Praxis erlangt und unter Anleitung angewendet worden sein. Die Approbation sollte daher erst nach dem Erwerb der Fachkunde erteilt werden.

Es ist nachvollziehbar, dass der Gesetzgeber eine Modellklausel zur Weiterentwicklung des Berufsbildes und der Ausbildung verankern möchte. Es ist aber nicht nachvollziehbar, warum der Erwerb von Kompetenzen zur Feststellung, Verordnung und Überprüfung von psychopharmakologischen Maßnahmen als Beispiel verankert werden soll.

Da Psychotherapeuten in Weiterbildung nicht in gleichem Maße wie Ärzte in Weiterbildung klinisch einsetzbar sind, könnten ärztliche Weiterbildungsassistenten gegenüber psychotherapeutischen Weiterbildungsassistenten von den Krankenhäusern bevorzugt werden.

Ein genauer Zeitplan zum Gesetzentwurf liegt noch nicht vor. Der Kabinettsbeschluss wird im Februar erwartet, die erste Lesung im Bundestag im Mai, die Verkündung des Gesetzes voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2019.

Die Stellungnahme finden Sie hier.