Qualitätsverträge - Gezielt Anreize schaffen!

Krankenkassen oder Zusammenschlüsse von Krankenkassen können nach § 110 a SGB V mit Krankenhäusern Verträge zur Förderung einer qualitativ hochwertigen stationären Versorgung schließen.

m Mai 2017 beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) vier Leistungsbereiche, in denen derartige Verträge geschlossen werden können:

  • Endoprothetische  Gelenkversorgung,
  • Prävention des postoperativen Delirs bei der Versorgung von älteren Patienten,
  • Respiratorentwöhnung von langzeitbeatmeten Patienten sowie
  • Versorgung  von  Menschen  mit  geistiger  Behinderung  oder schweren Mehrfachbehinderungen im Krankenhaus.

Im August 2018 haben die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Spitzenverband Bund der Krankenkassen verbindliche Rahmenvorgaben für den Inhalt von Qualitätsverträgen vereinbart. Sie schaffen Anreize, die insbesondere Krankenhausträger motivieren und unterstützen sollen, die definierten Qualitätsanforderungen zu erreichen. Möglich sind beispielsweise Empfehlungen des Krankenhauses durch die Krankenkasse, einmalige Zahlungen für den Erprobungszeitraum oder Varianten erfolgsabhängiger Zahlungen. Damit sind alle Voraussetzungen für Vertragsabschlüsse gegeben. Abgeschlossen wurden bislang nur wenige. Eine wichtige Ursache dafür ist, dass zusätzliche Leistungen aus Qualitätsverträgen dem Fixkostendegressionsabschlag (FDA) unterliegen. Um gezielt Anreize für den Abschluss von Qualitätsverträgen und gewollte Leistungskonzentration zu setzen, plädiert der BDPK dafür, Leistungen nach § 110 a SGB V vom Fixkostendegressionsabschlag auszunehmen. Zudem sollte sichergestellt sein, dass ihre Umsetzung in den Kliniken nicht zu einem erheblichen Mehr an Bürokratie führt.