PEPP-Begleitforschung und G-BA-PPP

Anfang September legte das InEK die Ergebnisse der Begleitforschung zu den Auswirkungen des PEPP-Entgeltsystems vor. Die Ergebnisse zeigen: Der Bürokratieaufwand steigt. Eine deutliche Zunahme wird zudem bei der Anzahl der Einzelfallprüfungen und damit verbundenen Korrekturen und Klageverfahren beobachtet.

Vom Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) wurden im September die Ergebnisse des zweiten Forschungszyklus für die Begleitforschung des pauschalierenden Entgeltsystems für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen (PEPP-Entgeltsystem) veröffentlicht. Die Ergebnisse beziehen sich auf die Datenjahr 2016 bis 2018.

Zusammenfassung der Forschungsergebnisse

Der zweite Forschungszyklus führte zu folgenden Ergebnissen:

  • Auf Basis der empirischen Analysen können im Zusammenhang mit der Einführung des Entgeltsystems keine Veränderungen im Zugang und bei den Strukturen nachgewiesen werden.
  • Veränderungen im Behandlungsspektrum, den Behandlungsprozessen, der Fallzahlentwicklung und bei der Verweildauer sind mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf die Einführung des Entgeltsystems zurückzuführen.
  • Auch ein Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Behandlungsqualität und der Einführung des Systems kann nicht zweifelsfrei festgestellt werden.
  • Es wurden überraschend wenig Veränderungen im Kodierverhalten beobachtet
  • Die Einführung führt zu steigenden Aufwänden (z. B. IT Personal) im Zusammenhang mit Abrechnungsprozessen. Dies betrifft alle Beteiligten. Außerdem ist ein deutlich zunehmender Anteil an Einzelfallprüfungen (MDK) feststellbar und damit verbundene Korrekturen und Klageverfahren.

Der Endbericht ist auf der Internetseite des InEK hier abrufbar.

Als Fazit lässt sich festhalten: Für psychiatrische und psychosomatische Krankenhäuser ist die Einführung des Entgeltsystems vor allem mit erheblichem bürokratischen Mehraufwand und zunehmenden Abrechnungsprüfungen verbunden.

Mindestpersonalvorgaben G-BA

Die Richtlinie zu Mindestpersonalvorgaben in der Psychiatrie und Psychosomatik (G-BA-PPP-RL) droht diese Situation weiter zu verschärfen. Die Vorgaben beschloss der G-BA im letzten Jahr gegen die Stimme der DKG. Derzeit werden die Konsequenzen bei Nichteinhaltung verhandelt. Seit seiner Einführung werden die Vorgaben von zahlreichen Krankenhäusern und Fachverbänden kritisiert, da die starren Vorgaben die Sicherstellung der Versorgung gefährden. Es ist unbedingt notwendig die Richtlinie grundlegend zu überarbeiten und Möglichkeiten für eine ausreichende Berücksichtigung individueller Charakteristika, Spezialisierungen und organisatorischer Besonderheiten vorzusehen. Die aktuell aufgrund der COVID-19-Pandemie geltende Aussetzung der Nachweispflichten muss hierzu verlängert werden.