Neue Geschäftsführer in den Landesverbänden: Gemeinsam etwas bewirken

Welche drängenden gesundheitspolitischen Herausforderungen beschäftigen die neuen Geschäftsführer und Vorstände in den Landesverbänden VPKT, VdPkN, PKMV und VDPK besonders? Lesen Sie dazu Statements von Aguedita Afemann, Detlef Bätz, Lydia Pasemann und aus dem Landesverband der PK MV.

Aguedita Afemann: Die letzten Wochen haben gezeigt: Mehr Regulierung geht immer. Selbst auf einem bereits überregulierten Markt. Für die Arbeit unserer Landesverbände heißt das, der Öffentlichkeit und Politik deutlich aufzuzeigen, dass Gestaltungsspielräume notwendig sind, um die Versorgung aus der Praxis heraus weiter zu verbessern. In den vergangenen Jahren ist in den Kliniken durch die Reorganisation von Prozessen viel geschehen. Neue Berufsfelder und Arbeitsplätze sind entstanden, Pflegekräfte konnten von Assistenzaufgaben entlastet werden. Ergo, unsere Krankenhäuser gestalten, wenn man sie lässt. Wichtig ist, dass neben all den Diskussionen um die Akutkliniken die Reha-Kliniken nicht zu kurz kommen. Sie sind ein wichtiger Akteur in der medizinischen Versorgung.

Detlef Bätz:  Der VdPkN setzt alles daran, dass sich die Innovationskraft und die wirtschaftliche Leistungsgestaltung privater Träger weiterhin erfolgreich entfalten können. Niedersachsens Krankenhäuser benötigen einen zuverlässigen ordnungspolitischen Rahmen, der unternehmerisches Gestalten bei der Umsetzung der Leistungen zulässt. Als einen Schritt in die richtige Richtung begrüße ich die beabsichtigte Initiative des Landes Niedersachsen im Bundesrat, Reha-Einrichtungen im ‚Sofortprogramm Pflege‘ mit zu berücksichtigen. Diese Intervention zeigt, dass es immer noch notwendig ist, die Leistungen und Möglichkeiten der Reha an die Verantwortlichen in der Politik und bei den Kostenträgern mit Nachdruck zu adressieren.

Lydia Pasemann: Besonders am Herzen liegt mir die Reha-Szene. Als eine wichtige Säule in unserem Gesundheitssystem stehen Reha- Kliniken oft im Schatten der Krankenhäuser. In Gesprächen mit gesundheitspolitischen Entscheidern höre ich oft: ‚Ich wusste ja gar nicht, dass Reha-Kliniken davon auch betroffen sind.‘ Das darf nicht so bleiben. Außerdem möchte ich neue Mitglieder für unseren Landesverband gewinnen. Thüringen hat eine hohe Dichte und eine Vielzahl privater Träger von Kliniken. Die gilt es davon zu überzeugen, dass es wichtig ist, bei zentralen Themen und Herausforderungen an einem Strang zu ziehen. Denn gemeinsam an einem Strang zu ziehen, besitzt ein ungemein hohes Potenzial, um gesundheitspolitisch etwas zu bewirken.

Vorstand LPKMV: Dem Fachkräftemangel in Akut- und Reha-Kliniken muss praxisnah begegnet werden: schneller unbürokratischer Zugang von ausländischen Ärzten/Pflegefachkräften und Schaffung bundeseinheitlicher Regelungen für die Berufs- und Arbeitserlaubnis; der Akademisierung der Pflege wird ein verstärkter Einsatz von Hilfskräften und Pflegehelfern folgen. Die Digitalisierung muss vorangetrieben werden, unter anderem bei der Erfüllung der Rahmenverträge im Entlassmanagement. Dazu sollen Fördermittel bereitgestellt werden. Ein flächendeckendes schnelles Internet und WLAN ist dabei unbedingte Grundvoraussetzung. Die hohen Kosten der Ausbildung dringend benötigter therapeutischer Fachkräfte machen bundeseinheitliche Regelungen notwendig