Endlich Rettungsschirm für MVK-Vorsorge und -Reha

Das COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz entlastet während der Corona-Pandemie Krankenhäuser und Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, um möglichst viel Kapazität für mit dem Virus infizierte Patienten zu schaffen. Nicht vom Gesetz beachtet wurden allerdings die Vorsorge- und Reha-Einrichtungen für Mütter/Väter und Kinder.

Die Corona-Pandemie stellt Deutschland vor enorme Herausforderungen, die nur gemeinsam bewältigt werden können. Doch einige wichtige Akteure des Gesundheitswesens werden hier leider im Stich gelassen – die stationären Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen für Mütter/Väter und Kinder. Nahezu bundesweit fordern die Länder bereits diese Einrichtungen auf, alle Patienten zu entlassen und keine weiteren mehr für Vorsorge- und Reha—Maßnahmen aufzunehmen. So können gerade in ländlichen Räumen Kapazitäten zur Unterstützung der Krankenhäuser bei der Patientenversorgung entstehen. Allerdings fehlen dafür die rechtliche Grundlage und damit auch der finanzielle Ausgleich.

Aktuell ist die Situation für die Vorsorge- und Reha-Einrichtungen für Mütter/Väter und Kinder desolat. In vielen Ländern sind bereits Maßnahmen umgesetzt worden, allerdings noch keine Corona-Patienten oder andere akutstationäre Patienten aus den Krankenhäusern in den Einrichtungen angekommen. Die anderen Patienten mussten jedoch bereits entlassen werden. Aufgrund des fehlenden Rettungsschirmes erhalten die Einrichtungen keinen Ausgleich für die bereite entlassenen Patienten. Im schlimmsten Fall drohen Insolvenzen. Damit würde nicht nur in der heutigen Krisensituation dringend benötigte Kapazitäten in der Akutversorgung wegfallen. Es fehlt im Nachhinein an wichtigen, ohnehin schon sehr begrenzten Reha-Plätzen für die Eltern-Kind-Reha.

Die Vorsorge- und Reha-Einrichtungen für Mütter/Väter und Kinder drohen nun von den Gesetzesmühlen zermahlen zu werden. Auf der einen Seite stehen die Länder, die zur Unterstützung in der Akutversorgung auffordern. Auf der anderen Seite steht die Bundesregierung, die diese Einrichtungen im Krankenhausentlastungsgesetz nicht berücksichtigt hat.

Die Vorsorge- und Reha-Einrichtungen sind eine Chance bei der Bekämpfung des Corona-Virus. Dank ihnen können deutlich mehr Plätze und medizinisches Personal bei der Versorgung von Akutpatienten zur Verfügung gestellt werden. Die Schaffung eines rechtlichen Rahmens ist damit unabdingbar.