Mehr Pflegekräfte in deutschen Krankenhäusern

Mit einer guten Nachricht ging die DKG anlässlich des Internationalen Tags der Pflegenden am 11. Mai an die Presse: Trotz Pandemie und gegen den allgemeinen Trend am Arbeitsmarkt haben Krankenhäuser in Deutschland mehr zusätzliches Pflegepersonal eingestellt. Von Oktober 2019 bis Oktober 2020 stieg ihre Zahl um 18.500, wie eine Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit ergab.

Gestiegen ist auch der Bruttoverdienst von Fachkräften in Krankenhäusern. So waren die Bruttoverdienste von Fachkräften in Krankenhäusern 2020 rund ein Drittel höher als 2010. Das belegen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Sie geben Auskunft darüber, dass Pflegekräfte im Krankenhaus seit 2012 deutlich mehr als Beschäftigte im produzierenden Gewerbe verdienen. Fachkräfte in Krankenhäusern hatten 20219 einen Durchschnittslohn von 3.502 Euro, während das durchschnittliche Bruttogehalt in der Gesamtwirtschaft bei 3.327 Euro lag. Dieser Trend entwickelte sich, bedingt durch die Kurzarbeit in vielen Branchen im Jahr 2020 weiter.

Trotz der positiven Entwicklung haben nach wie vor drei Viertel der deutschen Krankenhäuser Probleme, offene Stellen in der Intensivpflege oder auf den Allgemeinstationen zu besetzen. Dieser Herausforderung gilt es, nachhaltig zu begegnen.

Der BDPK setzt sich vor diesem Hintergrund für ein funktionelles Pflegeverständnis ein, das Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt stellt. Hierzu gehören pflegetherapeutische Anwendungen durch Spezialisten (z. B. Waschtraining, Anziehtherapie, Essensbegleitung, Vertikalisierung). Pflegehilfskräfte sind auf den Stationen der Krankenhäuser unverzichtbar, weil sie die examinierten Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger bei der Patientenversorgung immens entlasten. Sie geben den Patientinnen und Patienten Hilfestellung beim Essen, bei der Körperpflege, helfen ihnen beim Aufstehen oder dem Gang zur Toilette und übernehmen den Wäschedienst.

Die seit Jahren bewährte Zusammenarbeit der Pflegeteams aus examinierten Fachkräften und angelernten Assistentinnen und Assistenten gilt es zu erhalten und weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch, den Alltag der Pflegenden zu entbürokratisieren. Denn nach wie vor verbringen die Mitarbeitenden der Pflege ein Drittel ihrer täglichen Arbeitszeit mit Büroarbeiten, statt sich um die Versorgung der Kranken kümmern zu können.