MDK - fremdbestimmt oder unabhängig?

Ende Dezember 2017 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Erstfassung der Richtlinie beschlossen, die Grundsätze zu Qualitätskontrollen des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) in Krankenhäusern festlegt.

Mit dem Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) ist der MDK beauftragt worden, zu überprüfen, ob in Krankenhäusern die qualitätssichernden Anforderungen des G-BA eingehalten werden. Die neue Richtlinie legt im „Allgemeinen Teil A“ Anhaltspunkte für Qualitätskontrollen fest und regelt allgemeine Fragen zu Kontrollgegenständen, Beauftragung, Umfang, Arten und Verfahren der Kontrollen sowie zum Umgang mit den Kontrollberichten. Zu den wesentlichen Regelungsinhalten gehören:

  • Kontrollgegenstände

Nach der neuen Richtlinie kann der MDK die Einhaltung von Qualitätsanforderungen aus den Qualitätssicherungsrichtlinien des G-BA sowie die Richtigkeit der Dokumentation der Krankenhäuser im Rahmen der externen stationären Qualitätssicherung überprüfen.

  • Anhaltspunkte und beauftragende Stellen

Bei Vorliegen konkreter und belastbarer Anhaltspunkte können der G-BA, die Qualitätssicherungsgremien auf Bundes- und Landesebene und die gesetzlichen Krankenkassen den MDK mit der Durchführung von Qualitätskontrollen beauftragen. Die beauftragte Stelle entscheidet auch über die Art der Kontrolle.

  • Drei Arten der Kontrolle

In der Regel sollen Kontrollen angemeldet und vor Ort durchgeführt werden. Unangemeldet sind sie nur dann zulässig, wenn sie als angemeldete Kontrolle das Ergebnis gefährden würden. Eine Kontrolle im schriftlichen Verfahren nach Aktenlage soll dagegen nur dann erfolgen, wenn sie vor Ort für die Erfüllung des Kontrollauftrags nicht erforderlich ist.

  • Kontrollbericht

Über jede Qualitätskontrolle wird innerhalb von sechs Wochen ein Kontrollbericht erstellt, den der MDK an die beauftragende Stelle, das betroffene Krankenhaus sowie an die gesetzlichen Krankenkassen des jeweiligen Bundeslands übermittelt. Das Krankenhaus kann dann innerhalb von zehn Arbeitstagen gegenüber der beauftragenden Stelle eine Stellungnahme zum Kontrollbericht abgeben.

Zu viel Bürokratie für Pflegekräfte

Im noch zu beschließenden „Besonderen Teil B“ will der G-BA die spezifische Ausgestaltung des Verfahrens regeln. Erst nach dessen Inkrafttreten können MDK-Kontrollen gemäß dieser Richtlinie beauftragt werden. Dann wird sich zeigen, ob die Richtlinie die Qualität der medizinischen Versorgung in Krankenhäusern fördern oder aufgrund von zunehmenden Kontrollen nur zu weiterem bürokratischen Aufwand in den Kliniken führen wird. Schon jetzt sehen sich Krankenhäuser einer seit Jahren steigenden Tendenz von MDK-Prüfungen gegenüber. Ärzte und Pflegekräfte verbringen dadurch rund ein Drittel ihrer Arbeitszeit mit patientenfernen Dokumentationsarbeiten. Für die neuen Qualitätskontrollen kann nicht ein von den Krankenkassen finanziell abhängiger MDK zuständig sein. Der BDPK fordert, in seinen gesundheitspolitischen Positionen den MDK zu einem neutralen und unabhängigen Prüfdienst weiterzuentwickeln.