Krankenhäuser stehen durch Corona schlechter da

Eine Studie des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) hat ergeben, dass sich die finanzielle Situation von Krankenhäusern im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschlechtert hat – Grund ist das Corona-Virus.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat das DKI beauftragt zu untersuchen, inwiefern die Corona-Pandemie Auswirkungen auf die finanzielle Lage der Krankenhäuser hat. Das Ergebnis der Studie ist eindeutig: Die gesetzlich vorgesehenen Ausgleichszahlungen für die Krankenhäuser seien nicht ausreichend, um die Erlösausfälle und Zusatzkosten durch die COVID-19-Pandemie zu kompensieren. Im Gegensatz zum Vorjahr hat sich damit die wirtschaftliche Situation für 73 Prozent der Krankenhäuser verschlechtert. 30 Prozent schätzen ihre Lage sogar als deutlich schlechter ein.

Im Zuge der Corona-Pandemie hatten die Krankenhäuser einen Großteil der elektiven Leistungen herunterfahren müssen, um Kapazitäten für COVID-19-Patienten zu schaffen. Nachdem große Welle jedoch ausgeblieben ist, konnten die Häuser den dadurch entstandenen Ausfall nicht ausreichend mit durch die Gelder des Rettungsschirms kompensieren. Auch fehlten Einnahmen durch die Nutzung von Cafeterien und Parkhäusern. Hinzu kamen Kosten, die zur Bewältigung der Corona-Pandemie getätigt werden mussten, beispielsweise für Schutzausrüstung, Mitarbeiterschulungen und andere Maßnahmen.

560 Euro – für manche zu viel, für einige zu wenig
560 Euro haben bisher alle Krankenhäuser pro Belegungstag und fehlendem Bett erhalten. Differenziert bezüglich der Größe und Nöte der Häuser wurde bisher nicht. Entscheidend war es Ende März, die Krankenhäuser möglichst schnell zu entlasten und Kapazitäten für COVID-19-Patienten zu schaffen. Nach zwei Monaten hat sich nun jedoch gezeigt, dass eine Ausdifferenzierung nötig ist. Immer wieder wurde Kritik laut, dass die Freihaltepauschale für die Krankenhäuser viel attraktiver sei, als die Aufnahme und Behandlung von Patienten. Dieser Vorwurf ist jedoch sehr pauschal gefasst. Zwar ist die Freihaltepauschale beispielsweise für psychiatrische Kliniken mehr als genug, doch vor allem Fachkliniken und Maximalversorger kommen mit den 560 Euro auf keinen grünen Zweig und müssen Verluste schreiben.

Überarbeitung des Rettungsschirms bringt mehr Gerechtigkeit
Der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eingesetzte Expertenrat, in dem Vertreter der Kliniken und Kassen sitzen, hat sich Anfang Juni auf eine Anpassung des Rettungsschirms geeinigt. So variiert die Freihaltepauschale ab dem 1. Juli zwischen 360 und 760 Euro. Die einzelnen Krankenhäuser wurden bereits fünf Kategorien zugeordnet, entsprechend derer die Finanzierung festgelegt wird.

Weiter beschlossen hat der Expertenrat, dass die Refinanzierung der Mehrkosten für die Schutzausstattung der Mitarbeiter in Höhe von 50 Euro bis zum 30.09.2020 verlängert wird. Für die Behandlung von COVID-19-Patienten wird der Betrag auf 100 Euro erhöht. Die Regelung wird von uns begrüßt, allerdings besteht dadurch, dass die Pauschale pro Fall erstattet wird eine Unterfinanzierung bei Krankenhäusern mit langen Verweildauern. Hier sollte noch nachgebessert werden.

Auch für die Psychiatrie gibt es zum 1. Juli Änderungen. So sinkt die Freihaltepauschale hier auf 280 Euro bei vollstationärer Behandlung und auf 190 Euro für Tageskliniken.

Was noch fehlt
Nach wie vor schwierig ist die Situation jedoch für Privatkliniken nach § 30 GewO ohne Versorgungsvertrag sowie für ambulante Rehabilitations-Einrichtungen. Beide werden weiterhin bei den Ausgleichszahlungen nicht berücksichtigt, obwohl sie gleichermaßen betroffen sind und ums Überleben kämpfen müssen.