VPKT e.V.: Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse muss beschleunigt werden

Bereits heute besteht ein Mangel an Fachkräften im Gesundheits- und Pflegebereich, der sich in den nächsten Jahren weiter drastisch verstärken wird. Dies schließt sämtliche Berufsgruppen - von den Pflegekräften über Ärzte und Ärztinnen bis zu den medizinischen Fachangestellten - ein. Hinzu kommt die alternde Gesellschaft. Fachpersonal aus anderen Herkunftsländern können helfen, diese Lücke zu schließen und eine gute Gesundheitsversorgung auch in Zukunft zu sichern. Doch die Anerkennung ausländischer Fachkräfte dauert bspw. in Thüringen viel zu lange und geht oft mit langwierigen bürokratischen Hürden einher.

Um diesen Weg der Anerkennung effektiver zu gestalten, hat der Verband der Privatkliniken Thüringen e.V. (VPKT e.V.) eine Petition beim Petitionsausschuss des Landtags Thüringen eingereicht (https://petitionen.thueringer-landtag.de/petitions/1881). Mit dem „Hilferuf aus Thüringen: Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse muss beschleunigt werden“ möchten die mehr als 1.500 Unterzeichner auf die unhaltbare Situation aufmerksam machen. Die Mitglieder des VPKT e.V. nehmen die Arbeitsweise des Thüringer Landesverwaltungsamtes bei der Bearbeitung der Anerkennungsanträge ausländischer Ärzte als nicht ausreichend transparent und wenig effizient wahr. Dies hat in den letzten drei Jahren dazu geführt, dass sich kaum noch Ärzte aus Drittstaaten in Thüringen bewerben.

Auf dem vom Institut für Berufsbildung und Sozialmanagement (IBS) organisierten Digitalen Fachtag im Februar diskutierten Dr. Franka Köditz, 1. Vorstandsvorsitzende des VPKT e.V., Kirstin von Graefe, Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung, Diana Lehmann, Mitglied des Landtages und Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft sowie Helge Fischer, Mitarbeiter des IBS, Lösungsansätze zur Bewältigung der drängenden Fachkräfteproblematik im thüringischen Gesundheitswesen.

In einem Statement berichtete Michael Schiffgen, Klinikdirektor der Dr. Becker Burg-Klinik Stadtlengsfeld und Vorstandskollege von Franka Köditz zusammenfassend über die Erfahrungen aller Thüringer Kliniken und stellte fest, dass die Vermittlung ausländischer Ärzte nach Thüringen zum Erliegen gekommen ist. Weil in anderen Bundesländern die Anerkennungsverfahren von den Bewerberinnen und Bewerbern schneller durchlaufen werden können, verliert der Freistaat Thüringen potenzielle Fachkräfte für Gesundheits- und Pflegebereiche. Deshalb, so Schiffgen, muss der Arbeits- und Lebensort Thüringen attraktiver gemacht werden, und dies beginnt nicht zuletzt beim Anerkennungsverfahren.

Franka Köditz vom VPKT e.V. betont: „Die Aufgabe ist es, die Aktivitäten der unterschiedlichen Akteure zusammenzuführen. Die Schaffung einer Willkommenskultur sehen wir als gemeinsame Verpflichtung. Der VPKT würde es begrüßen, wenn das IBS das Thema weiter befördern kann. Wir sind bereit, uns in diesen Prozess aktiv einzubringen.“