Eine dringend nötige Kampagne

Die Chancen stehen gut. Der aktuelle Entwurf für das "Gesetz zur Stärkung der Rehabilitation und intensivpflegerischen Versorgung" ist ein vielversprechender Schritt auf dem Weg, die Rahmenbedingungen für die Reha zu verbessern.

Und die aktuell gestartete Kampagne „Reha. Machts‘s besser!“, über die wir in dieser Ausgabe berichten, ist gerade jetzt ein gutes und wichtiges Signal für die Stärke und Geschlossenheit der Reha-Einrichtungen und ihrer Interessenvertreter. Dennoch sollten wir uns nicht zu früh freuen, denn niemand kann vorhersagen, wie weit sich das geplante Gesetz im weiteren Gesetzgebungsverfahren noch von dem ursprünglichen Ansatz entfernen wird und ob es bei diesem ersten Schritt bleibt oder weiter geht. Ich habe keinen Zweifel daran, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn einige wesentliche Schwachstellen in der Reha-Versorgung wirklich beseitigen will und bin ihm und seinem Ministerium außerordentlich dankbar für die vorgelegte Gesetzesinitiative. Aber es bleibt ein gewisses Unbehagen, weil wir nicht vergessen können und dürfen, dass die Rahmenbedingungen für die Reha vom Gesetzgeber in den vergangenen 20 Jahren kaum angepasst worden sind. Und das, obwohl Wissenschaftler, Gutachter, Verbände und Politiker schon seit Jahren und Jahrzehnten über den notwendigen Handlungsbedarf weitgehend einig waren.

Gerade deshalb ist es jetzt wichtig, der Reha eine gemeinsame, starke Stimme zu geben und die Politik zu motivieren, von der eingeschlagenen Richtung nicht mehr abzuweichen. Denn, wie nicht anders zu erwarten, kommen jetzt besonders von Kassenseite Stimmen, die im Gesetzentwurf Fehlanreize zwischen den Versorgungssektoren und im Verhältnis zwischen Leistungserbringern und Krankenkassen vermuten und die die geplanten Regelungen zur Erforderlichkeitsprüfung bei vertragsärztlicher Verordnung ablehnen. Diese Positionen sind falsch und dürfen sich nicht durchsetzen.

Unser Ziel ist klar: Jeder Mensch in Deutschland sollte eine Reha-Maßnahme erhalten, wenn sie nötig ist. Damit die Rehabilitation ihren immer wichtiger werdenden Versorgungsauftrag erfüllen und mit den rasanten Entwicklungen mithalten kann, braucht es einen einfachen Reha-Zugang, leistungsgerechte Vergütung und die freie Klinikwahl. Genau das wollen wir mit der Kampagne „Reha. Macht’s besser!“ erreichen. Dabei können Sie – ob als Einzelperson, Reha-Einrichtung oder Verband – jederzeit mitwirken und sich beteiligen. Deshalb rufe ich Sie auf: Machen Sie mit! Unterstützen Sie „Reha. Macht’s besser!“. Lassen Sie uns die guten Chancen nutzen!