DRV-Qualitätssicherung: Personelle Strukturanforderungen

Am 24.05.2019 fand ein erster Austausch der DRV mit den Leistungserbringerverbänden zu den geplanten Änderungen der personellen Strukturanforderungen statt. Einigkeit bestand darin, dass die Reha-Einrichtungen auf Grund des steigenden Fachkräftemangels vor großen Herausforderungen stehen und möglichst flexible und bedarfsgerechte Personalanforderungen benötigt werden. Die Beratungen zu den konkreten Änderungen sind noch nicht abgeschlossen.

Die DRV überarbeitet derzeit die personellen Strukturanforderungen an stationäre und ganztägig ambulante Reha-Einrichtungen. Zum Teil sind erhebliche Veränderungen geplant. Der BDPK hat am 15.05.2019 eine entsprechende Stellungnahme abgegeben (siehe Anlage). Am 24.05.2019 fand ein erster Austausch der DRV mit den Leistungserbringerverbänden statt, der im Vergleich zu früheren Diskussionen relativ konstruktiv und partizipativ verlaufen ist und fortgeführt werden soll. Folgendes wurde diskutiert bzw. klargestellt:

  • Die DRV hat die Beratungen zu den personellen Strukturanforderungen noch nicht abgeschlossen, sodass die Hinweise und Forderungen der Leistungserbringer-verbände in den weiteren Abstimmungsprozess einfließen und berücksichtigt werden könnten.
  • Nach Abschluss der Überarbeitung der personellen Strukturanforderungen sollen noch die räumlich/apparativen Strukturanforderungen überarbeitet werden. Die Verbände sollen hier auch wieder zu einem Austausch eingeladen werden.
  • Die Überarbeitung des gesamten Strukturanforderungskatalogs wird voraussichtlich erst Mitte 2020 abgeschlossen werden.  
  • Die Personalanhaltszahlen werden von der DRV grundsätzlich als Mindest-anforderungen und nicht als Orientierungswerte verstanden. Für die RV-Federführer sind die Personalanhaltszahlen somit grundsätzlich bindend, Abweichungen sind aber zulässig und können zwischen Federführer und Reha-Einrichtung verhandelt werden.
  • Die für die Mindestanforderung relevante Personalanzahl findet sich dabei in der jeweiligen Funktionsgruppe (z.B. Ärzte, psychologischer Psychotherapeut, Dipl.-Psychologe, MA Psychologe) und ermöglicht der Reha-Einrichtung damit ein gewisses Maß an Flexibilität in der Stellenbesetzung. Die genannte konkrete Personalanzahl für die einzelnen Professionen dient nur der Orientierung (so müssen die Einrichtungen auch nicht unbedingt einen psychologischen Psychotherapeuten einstellen, wenn sie mit den Ärzten und Psychologen die in der Funktionsgruppe geforderte Mindestanzahl abdecken und die Beschäftigung eines Psychotherapeuten konzeptbedingt nicht erforderlich ist).   
  • Die Personalanforderungen gelten laut DRV Bund grundsätzlich nur für DRV-Rehabilitanden, die Berücksichtigung des GKV-Rehabilitanden-Anteils bei der Berechnung des geforderten Personalschlüssels wird von den Regionalträgern jedoch unterschiedlich gehandhabt und muss dementsprechend mit dem Federführer vereinbart werden.
  • Assistenzberufe werden von der DRV nicht als grundsätzliche Alternative zum geforderten Personal gesehen, sollen jedoch in Absprache mit dem Federführer auf den Stellenplan angerechnet werden können, wenn damit innovative Konzepte weiterentwickelt bzw. Personalengpässe überbrückt werden können. Eine Erläuterung hierzu wird die DRV in den Fließtext zur neuen Broschüre der Strukturanforderungen aufnehmen.  
  • Die diagnostischen Leistungen, die ein Psychotherapeut insbesondere zur Unterstützung der beruflichen Reintegration im Rahmen einer Reha-Maßnahme erbringen soll, können derzeit noch nicht über die KTL-Dokumentation der therapeutischen Leistungen abgebildet werden. Die DRV plant deshalb auch eine entsprechende Erweiterung der KTL.
  • Die als belegungsrelevantes Kriterium geforderte 24-h ärztliche Anwesenheit und die Maßgabe, dass mind. zwei Drittel des Pflegepersonals aus examinierten Gesundheits- und Kranken-Pflegekräften besteht, wurden am 24.05. kontrovers und nicht abschließend diskutiert. Die haftungsrechtlichen Auswirkungen und die tatsächliche Umsetzbarkeit der Anforderungen sollen in den weiteren Diskussionen nochmals genauer in den Fokus genommen werden.      
  • Die Forderung, dass Kreativ- und Berufstherapeuten nur zu maximal einem Drittel die Ergotherapeutenstellen abdecken können, soll für die Sucht-Rehabilitation zurückgenommen werden.   
  • Die Federführer bestätigen die notwendige Refinanzierung der geforderten Personalstellen. Mit Anpassung der Sollstellenpläne sollen auch immer Erhöhungen der Vergütungssätze verhandelt werden können.

Weitere Gespräche mit dem Direktorium der DRV zum Thema Personalanforderungen sind in Planung.