Diskussion im Bundestag: Gesundheit regional machen

Am 24. März 2021 wurden im Gesundheitsausschuss des Bundestages Anträge der Partei Bündnis 90/Die Grünen beraten. Die Partei spricht sich für eine regional vernetzte Gesundheitsversorgung aus und sieht in einem weiteren Antrag Reformen der Betriebskosten- und Investitionsfinanzierung sowie der Krankenhausplanung vor.

Am 24.03.2021 fand eine Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages statt. In einem Antrag (19/21881) fordert die Grünen-Fraktion eine auf Gesundheitsregionen ausgerichtete Reform und ein neues, breiteres Verständnis für Gesundheit. Die Abgeordneten sprechen sich dafür aus, dass bis 2025 zehn Prozent der Bevölkerung in "Gesundheitsregionen" versorgt werden. Eine gesetzliche Regelung für Gesundheitsregionen sollte eine integrierte Versorgung mit regionalen Ärzte-Netzen oder anderen regionalen Akteuren ermöglichen.

Anlässlich der Anhörung zum Thema “Gesundheitsregionen” haben verschiedene Akteure aus unterschiedlichen Bereichen des Gesundheitswesens, darunter Vertreter von Krankenhäusern in privater Trägerschaft, ein Thesenpapier erarbeitet  („Gesundheit regional machen“, abrufbar hier) und dem Ausschuss übermittelt. Die Unterzeichner begrüßen das Konzept einer regionalisierten und integrierten Gesundheitsversorgung und geben aus ihrer fachlichen Erfahrung Impulse in die Diskussion. Im Einzelnen greift das Papier folgende Themen auf:

  • Medizinische Forschung, Versorgungswissenschaft, Digitalisierung und neue Technologien bieten zahlreiche diagnostische und therapeutische Ansätze.
  • Die Hebung von Effektivitäts- und Effizienzreserven hilft, das anhaltende Kostenwachstum im Gesundheitswesen zu bremsen.
  • Versorgungslücken entstehen immer konkret vor Ort. Deswegen müssen auch neue Lösungen, Zusammenarbeit und die Integration von Gesundheitsleistungen vor Ort entstehen können.
  • Gesundheitsregionen brauchen klare politische Ziele und Leitplanken, innerhalb derer die Zusammenarbeit, Nutzung neuer Instrumente und Integration ärztlicher und nichtärztlicher Leistungen unternehmerisch zusammengeführt und verantwortet werden können.
  • In der nächsten Legislaturperiode sollten die Weichen neu gestellt werden, damit vor Ort neue Lösungen entstehen können.
  • Wir wissen, dass diese Weichenstellungen eine große Herausforderung darstellen. Wir sind bereit, dafür mit Verantwortung zu übernehmen.

Auch der BDPK setzt sich für mehr Regionalität in der Versorgung ein und hat hierzu vorgeschlagen mit dem Modell Regionale Gesundheitsfonds, auch neue Vergütungsmodelle zu erproben.