Digitalen Nutzen fördern

Franzel Simon, Vorsitzender der Geschäftsführung Helios Deutschland (CEO), wurde im November 2019 vom BDPK-Vorstand als neues Vorstandsmitglied kooptiert. Einen Schwerpunkt in der Verbandsarbeit möchte er vor allem beim Voranbringen der Digitalisierung setzen, wie er im Gespräch erläutert.

Herr Simon, welche aktuellen Herausforderungen sehen Sie für Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtungen in privater Trägerschaft?
Große Herausforderungen, vor denen aktuell alle Krankenhäuser stehen, ergeben sich aus der wachsenden Regulierung der stationären Versorgung: Durch die zunehmenden Eingriffe werden die unternehmerische Freiheit und der Handlungsspielraum der Kliniken zurückgedrängt. Das betrifft vor allem das Pflegepersonalstärkungsgesetz, die Pflegepersonaluntergrenzenverordnung und das neue
MDK-Reformgesetz. Eine weitere Herausforderung für die Kliniken ist der Fachkräftemangel, dem wir mit mehr Angeboten zur Ausbildung und mit mehr zielgerichteter Qualifizierung begegnen – aber auch mit mehr und neuen Angeboten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Eine der größten aktuellen Aufgaben ist darüber hinaus natürlich die Digitalisierung und die dringend notwendige Überwindung der Sektorengrenzen in der Gesundheitsversorgung, was an vielen Stellen eng miteinander zusammenhängt. Im Bereich Rehabilitation wenden wir uns vor allem dem Thema der Finanzierung zu, die auch an neue Voraussetzungen angepasst werden muss: Neue Modelle wie ambulante Reha oder Campus-Reha, aber auch die Reha zu Hause zur Vorund Nachbereitung mit den künftigen Entwicklungen der digitalen Möglichkeiten stellen die Kliniken vor große neue Herausforderungen.

Welche Schwerpunkte möchten Sie in Ihrer Verbandsarbeit im Vorstand des BDPK setzen?
Meine Schwerpunkte möchte ich vor allem beim Voranbringen der Digitalisierung setzen – nicht nur für den stationären Bereich, sondern gerade auch bei der Überwindung der Sektorengrenzen und im Bereich Rehabilitation. Die sektorenübergreifende Gesundheitsversorgung, weg vom Schubladendenken, ist mir ein großes Anliegen und gerade hier spielt auch die Digitalisierung eine Schlüsselrolle. Wir können mit digitaler Hilfe das System wirtschaftlicher und effizienter machen und das Wichtigste: Die Patientenversorgung wird sicherer und besser. Unsere Erfahrungen bei Helios bringe ich dabei gerne mit ein. So ermöglichen wir Patienten mit unserem neuen Online-Patientenportal den Abruf ihrer Dokumente sowie Online-Terminvereinbarungen bis hin zu Präventions- und Serviceangeboten. Die Kommunikation zwischen Patient, Krankenhaus und niedergelassenem Arzt wird so deutlich vereinfacht und beschleunigt. Perspektivisch sollen Patienten über das Portal ihre medizinischen Unterlagen auch mit ihren Haus- oder Fachärzten teilen können. Welcher Arzt die Gesundheitsdaten erhält, entscheidet selbstverständlich der Patient. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt meiner Verbandstätigkeit liegt in der Weiterentwicklung von medizinischer Qualität, zum einen durch die Messung von Ergebnisqualität, des Weiteren durch Mindestmengen und die Bildung von Zentren. Auch die Entwicklung einer für Deutschland adäquaten und finanzierten Gesundheitsversorgung und Krankenhausplanung sehe ich als wichtigen Fokus der künftigen Arbeit des BDPK.

Wofür stehen Sie außerdem?
Ich stehe klar für den Erhalt des DRG-Systems, für eine sektorenübergreifende Versorgung unserer Patienten, für hohe Qualität, Wirtschaftlichkeit und für Transparenz in der Gesundheitsversorgung.