Das Profil schärfen

Heiko Stegelitz, Geschäftsführender Gesellschafter der Parkinson-Klinik Ortenau, wurde im November 2019 vom BDPK-Vorstand als neues Vorstandsmitglied kooptiert. Im Gespräch erläutert er seine Positionen und Ziele für die Verbandsarbeit.

Herr Stegelitz, welche aktuellen Herausforderungen sehen Sie für Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtungen in privater Trägerschaft?
Die Liste ist lang. Besonders wichtig erscheint mir, dass man sich als privater Träger nicht zum Getriebenen der Gesetzgebung und der öffentlichen Meinung machen lassen darf. In der Politik und der Bevölkerung ist die Sichtweise weit verbreitet, dass das Streben nach Gewinn und Wirtschaftlichkeit moralisch nicht mit guter Gesundheitsversorgung in Einklang steht. Dabei beweisen wir Privaten doch seit Jahrzehnten genau das Gegenteil. Deshalb sollten wir unsere Positionen selbstbewusster und mit mehr Nachdruck vertreten und verhandeln. Aber nicht im Sinne von einseitiger Einflussnahme oder Meinungsmache, sondern als positive Lobbyarbeit im Sinne der Patienten und Beitragszahler, denn wir stehen für Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Gesundheitsversorgung. Letztlich wollen das auch die öffentlichen und frei gemeinnützigen Träger, deshalb sollten wir gemeinsam mit ihnen unsere Interessenvertretung verbessern. Dann können wir zukünftig vielleicht auch verhindern, dass so sicher geglaubte positive Gesetzesentwürfe wie das MDK-Reformgesetz noch in letzter Minute zum Nachteil der Krankenhäuser geändert werden.

Welche Schwerpunkte möchten Sie in Ihrer Verbandsarbeit im Vorstand des BDPK setzen?
Ich sehe eine zentrale zukünftige Herausforderung darin, dass wir als private Unternehmen ein besseres Image in der Öffentlichkeit bekommen. Mein Eindruck ist, dass wir viel zu oft nur als knallhart gesundgesparte Geldvermehrungseinrichtungen wahrgenommen werden, die vor allem ihren Gesellschaftern oder Aktionären eine hohe Rendite erwirtschaften wollen. Dieses Zerrbild sollten wir als Verband korrigieren. Das kann mithilfe von Kampagnen
möglich sein. Wichtig vor allem sind jedoch handfeste Fakten und Ausdauer. Es gibt unseren Verband seit über sechs Jahrzehnten und unsere Geschichte zeigt sehr gut, dass wir bewährte Gesundheitseinrichtungen mit hoher Qualität sind, zudem auch noch ganz gut mit den knappen finanziellen Ressourcen umgehen und schneller als andere reagieren können. Es geht aber nicht darum, unsere Mitbewerber schlechtzumachen, sondern zu zeigen, dass wir besser sind als unser Ruf.

Wofür stehen Sie außerdem?
Vor allem für Nachhaltigkeit. Als alleiniger Gesellschafter eines Familienunternehmens in dritter Generation lege ich keinen Wert auf kurzfristigen Erfolg, sondern auf Stabilität, Kontinuität und Reputation. Mit dem schnellen Euro kommt man nicht weit, aber mit einem guten Betriebsklima und zufriedenen Mitarbeitern, die mit Freude in meiner Klinik arbeiten. Und mit Bewahren. Bewahren heißt für mich, maßvoll zu investieren und das Unternehmen zukunftssicher am Markt zu positionieren, sodass nachfolgende Generationen später ein gesundes Unternehmen übernehmen können.