BMG veröffentlicht Gutachten zum Leistungsgeschehen der Krankenhäuser

Der Corona-Beirat des BMG diskutiert und verabschiedet die Analyse von Prof. Augurzky und Prof. Busse zum Leistungsgeschehen der Krankenhäuser und zur Ausgleichspauschale in der Corona-Krise.

Die stationäre Versorgung in Deutschland konnte im ersten Pandemiejahr 2020 flächendeckend gewährleistet werden – dies zeigt die von den Professoren Augurzky und Busse durchgeführte Analyse der Leistungsdaten aller deutschen Krankenhäuser. Das Gutachten untersucht die Folgen der Covid-19-Pandemie auf das Leistungsgeschehen der Krankenhäuser für den Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020. Es analysiert außerdem, ob die seit dem 16. März 2020 geltenden Ausgleichszahlungen die Erlösminderungen der Krankenhäuser aufgrund des Rückgangs der Leistungsmenge ausgleichen konnten.

Leistungsgeschehen

Nach einem Rückgang der Krankenhausfälle im Frühjahr 2020 um ca. 30 Prozent, wurden auf Jahressicht im Bereich der allgemeinen Krankenhäuser 13 Prozent und im Bereich der psychiatrischen Kliniken 11 Prozent weniger Fälle als im Vorjahr versorgt. Im Jahresdurchschnitt waren vier Prozent aller Intensivbetten mit Corona-Patient:innen belegt.

Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass das Verhalten der Inanspruchnahme der Patient:innen eine deutlich größere Rolle als die aktive Absage von Behandlungen durch die Krankenhäuser gespielt hat: bei praktisch allen Diagnosen, bei denen die vorliegenden Routinedaten eine Einteilung in „dringend“ und „weniger dringend“ bzw. „vermeidbar“ erlauben, war der Leistungsrückgang hinsichtlich seiner Höhe und Dauer bei ersteren wesentlich weniger ausgeprägt als bei Letzteren. Insbesondere bei den ambulant-sensitiven Indikationen ist ein über das Jahr bleibender Einbruch zu verzeichnen.

Ausgleichszahlungen

Aufgrund der COVID-19-Pandemie haben die Krankenhäuser ab Mitte März 2020 ihre Kapazitäten für potenzielle COVID-19-Fälle freigehalten und Intensivkapazitäten ausgebaut. Um Krankenhäuser in dieser besonderen Situation finanziell zu stärken, brachte der Gesetzgeber Unterstützungsleistungen auf den Weg: Im Jahr 2020 hat der Bund 10,2 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt, um ausreichende Kapazitäten für die Versorgung von Corona-Patient:innen zu gewährleisten und um Einnahmeausfälle aufgrund des Rückgangs der Leistungsmenge zu kompensieren. Die Autoren der Studie kommen zu dem Ergebnis, dass dadurch Erlösverluste für Krankenhäuser vermieden werden konnten. Danach sind die stationären Erlöse der allgemeinen Krankenhäuser im Jahr 2020 um durchschnittlich 3,7 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, die der psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 10,6 %. Darüber hinaus zeigt die Analyse deutlich, dass die durch den Beirat im Frühsommer empfohlene Anpassung, die Freihaltepauschale nach der Krankheitsschwere und der Verweildauer der Patient:innen und damit orientiert an den durchschnittlichen DRG-Erlösen pro Behandlungstag zu differenzieren, die Zielgenauigkeit der Maßnahme verbessert hat.

Die Ausgleichszahlungen für Krankenhäuser laufen bereits Ende des Monats aus. Ein Ende der Pandemie und ein Rückgang zur Normalität in deutschen Krankenhäusern ist aber noch nicht absehbar. Daher kann der BDPK die Auffassung des Beirats, dass die Ausgleichszahlungen über den 31. Mai 2021 hinaus verlängert werden müssen, nur bekräftigen. Die Ausgleichszahlungen sollten bis zum 31. Dezember 2021 verlängert werden. Zudem gilt es die Grundlagen für einen vollen Erlösausgleich für das Jahr 2021 z schaffen, denn von einer Normalität des Leistungsgeschehens sind Krankenhäuser in Deutschland noch weit entfernt.

Das Gutachten können Sie hier auf der Webseite des BMG downloaden.