Bedarf an Reha-Maßnahmen nach Covid-19 Erkrankung wächst rasant

Die Corona-Pandemie hat viele Reha-Einrichtungen in eine schwierige wirtschaftliche Lage manövriert. Die Gründe dafür sind vielfältig und der Politik bekannt: ein löchriger Corona-Rettungsschirm für die Reha- und Vorsorgeeinrichtungen, der nach wie vor wenig Planungssicherheit garantiert; das teilweise Aussetzen der akutstationären Behandlung in den Krankenhäusern; die Angst der Patient:innen sich in der Reha mit Corona zu infizieren.

Mit dem – wenn auch langsamen -  Rückgang der Corona-Pandemie ist für die Kliniken vielleicht Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. Chronisch Kranke und Patient:innen aus dem akutstationären Bereich werden bald wieder mehr die aufgeschobenen Behandlungen und Therapien im Rahmen einer  Reha-Maßnahme in Anspruch nehmen wollen und können.

AWMF-Leitlinie: Rehabilitation nach einer COVID-19-Erkrankung

On top kommt aber ein enorm hoher Bedarf an Reha-Maßnahmen für Post-Covid-19 Patient:innen. Dafür liegt jetzt eine von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) entwickelte Leitlinie vor, die zielgerichtete Reha-Maßnahmen für Post-COVID-Patient:innen für notwendig erachtet.

Die Leitlinie gibt Empfehlungen zur pneumologische Rehabilitation, da primär die Atemwege und die Lungen als häufigste Eintrittspforte der SARS-CoV-2-Infektion den klinischen Verlauf und die Prognose wesentlich bestimmen. Eine Post-COVID-Rehabilitation ist daher inzwischen gängige Praxis, sodass aktuell in vielen pneumologischen Rehabilitationskliniken die Gruppe der Post-COVID-Patient:innen sogar die häufigste Diagnosegruppe darstellt. Zu den personell erforderlichen Voraussetzungen zählt etwa, dass ein Pneumologe als Leitender Arzt eingesetzt ist. Zu den strukturellen, dass die notwendige Diagnostik vorgehalten wird, darunter Blutgasbestimmung, Lungenfunktion, Lungendiffusion, Belastungstests und Bildgebung. Darüber hinaus wird schon jetzt ein wachsender Reha-Bedarf bei neurologischen, psychischen, und psychosomatischen Krankheitsbildern verzeichnet.  

Werden Reha- und Vorsorgeeinrichtungen in der aktuellen Situation wirtschaftlicher Unsicherheit diesen Herausforderungen einer ansteigenden Anzahl Post-COVID-Patient:innen gewachsen sein? Ja, aber nur wenn sie von Politik und Kostenträgern langfristig den dafür nötigen finanziellen Rückhalt bekommen, um langfristig die notwendigen rehabilitativen Leistungen zur Verfügung stellen zu können.

Eine Zusammenfassung der AWMF-Leitlinie: Rehabilitation nach einer COVID-19-Erkrankung wurde im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht und kann hier nachgelesen werden.