5. Mai - Internationaler Tag der Händehygiene

Anlässlich des Internationales Tags der Händehygiene am 5. Mai bestätigt Prof. Dr. Petra Gastmeier, Direktorin des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin und fachliche Leiterin der Kampagne "Aktion Saubere Hände" die Wirksamkeit von Aktionstagen und Kampagnen für einen Bewusstseinswandel in Sachen Händehygiene.

Gibt es einen Grund warum gerade der 5. Mai zum Internationalen Tag der Händehygiene erklärt wurde?

Das Datum 5. Mai ist das perfekte Sinnbild für unsere Hände: Die fünf Finger der linken Hand sind der 5. Tag des Monats, und die fünf Finger der rechten Hand sind gleichbedeutend mit dem Monat Mai.

Seit 10 Jahren gibt es die Kampagne Aktion Saubere Hände (ASH). Was hat sich seit Kampagnenstart bis heute auf dem Gebiet der Händehygiene getan?

Seit dem Start der Kampagne hat sich vor allem die Aufmerksamkeit für das Thema stark erhöht. Durch die Vorgaben Patientenzimmer mit Händedesinfektionsmittelspendern zu bestücken, wurde die Ausstattung signifikant verbessert. Das bettnahe Vorhandensein von Spendern ist eine sehr wichtige Voraussetzung für die Verbesserung der Händedesinfektion am Bett. Insgesamt wurde der Verbrauch von alkoholischen Händedesinfektionsmitteln in den Krankenhäusern, die von Anfang an dabei sind, verdoppelt! Aber auch die Gesamtmenge der Kliniken, viele sind erst im Laufe der Jahre beigetreten, hat sich signifikant verbessert. Ende 2017 waren insgesamt 1.069 Krankenhäuser registriert sowie Alten- und Pflegeheime und Einrichtungen aus dem ambulanten Bereich. Auf der ASH-Website finden sich unter den teilnehmenden Krankenhäusern auch diejenigen, die inzwischen ein goldenes, silbernes oder bronzenes Zertifikat erworben haben. Im Jahr 2017 haben mehr als 500 Krankenhäuser auch Beobachtungen der Händehygiene auf ihren Stationen durchgeführt, um den Mitarbeitern ein unmittelbares Feedback zu geben. Hier kann man von einem wirklichen Kulturwandel im Hinblick auf dieses Thema sprechen 

Vor welchen Herausforderungen steht die Hygiene in Zeiten des rasanten medizinischen Fortschritts und komplexeren Problemlagen beispielsweise im Hinblick auf steigende Antibiotikaresistenzen?

Eine große aktuelle Herausforderung ist im Moment natürlich der Mangel von Pflegepersonal. Er führt bei manchen Mitarbeitern dazu, dass sie das Gefühl haben, nicht genug Zeit für die Händehygiene zu haben. Das Problem Antibiotika-Resistenz verstärkt natürlich zusätzlich die Aufmerksamkeit für das Thema. Es muss aber betont werden, dass die meisten Krankenhausinfektionen immer noch durch nicht multiresistente Erreger zustande kommen (über 90 Prozent). Deshalb ist es so wichtig, dass bei allen Patienten die Indikationen zur Händehygiene gleichermaßen gut umgesetzt werden und nicht bevorzugt bei Patienten mit multiresistenten Erregern.