2. Nationales Reha-Forum: Reha rechnet sich!

Rehabilitation spielt im Vergleich zu anderen Bereichen des Gesundheitswesens nach wie vor eine untergeordnete Rolle - so lautete der Grundtenor der Referenten zum Auftakt des Reha-Forums.

Auch im vorliegenden Koalitionsvertrag kommt medizinische Rehabilitation kaum vor, sagte Thomas Bublitz bei der Eröffnung der Podiumsdiskussion „Reha-Politik nach der Wahl“.  „Erwähnung findet medizinische Reha nur, wenn es darum geht, pflegenden Angehörigen einen besseren Zugang zur Reha zu ermöglichen“, so der BDPK-Hauptgeschäftsführer. Das sei wichtig, allerdings dürfen alle anderen Zugangswege zur Reha deshalb nicht vom Radar verschwinden und die medizinische Notwendigkeit für Rehaleistungen müsse endlich stärkeres Gewicht bekommen, betonte Bublitz.

Peter Borges, Geschäftsführer der Aktiva, Beratung im Gesundheitswesen GmbH betonte, dass der Grundsatz Reha vor Pflege leider immer noch reine Theorie sei, „denn es gibt keinen niederschwelligen Zugang zur Reha, um eine Erwerbsfähigkeit zu erhalten“. Auf Basis einer Analyse des Reha-Marktes legte Borges dar, wie groß der politische Handlungsbedarf in der Rehabilitation tatsächlich ist. Zudem ist der Reha-Bereich stark in Bewegung, so dass gerade kleinere Einrichtungen von Schließungen bedroht seine. Ein zusätzliches Problem ist der Investitionsstau. „Viele Kliniken können hier und da mal etwas ausbessern, für größere notwendige Maßnahmen fehlen jedoch die Mittel“, erklärt Borges.

Klare Worte fand auch Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens (SPD). Es sei alarmierend und eine Entwicklung in die falsche Richtung, wenn Reha-Kliniken kaputtgespart werden. Die Finanzierung der Reha zu stärken und Fachkräfte zu sichern, das sind die drängenden Handlungsfelder. Der Zugang muss für Patienten spürbar erleichtert und das Reha-Budget flexibilisiert werden.

Für Andreas Konrad von der DRV sendet der Koalitionsvertrag für den Bereich Reha wichtige Signale. „Wenn wir die großen Werke Bundesteilhabegesetz, Flexirentengesetz und Präventionsgesetz weiterentwickeln wollen, müssen wir die Themen Standorte, Zugang, Strukturen, Finanzierung anfassen. Wir müssen uns auch den Problemen des demografischen Wandels und Fachkräftemangels widmen, Digitalisierung vorantreiben“, sagte Konrad.