Rollout Telematikinfrastruktur: Konnektor gesucht

Eigentlich müssten Kliniken in Bereichen, die vertragsärztliche Leistungen erbringen bis zum 31.12.2019 Konnektoren vorweisen, sonst drohen Vergütungsabschläge. Allerdings sind die für Krankenhäuser konzipierten Komponenten gar nicht verfügbar. Eine sinnvolle Fristerfüllung ist also nicht möglich. Zwingend notwendig ist deshalb, dass im Digitale Versorgung Gesetz die Frist verlängert wird - die Formulierungshilfe für einen Änderungsantrag zum Digitale Versorgung Gesetz sieht dies vor.

Die Krankenhäuser stecken im Konnektoren-Dilemma. Gemäß § 291 Abs. 2b SGB haben sie bei der erstmaligen Inanspruchnahme ihrer Leistungen durch einen Versicherten im Quartal die Aktualität der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) durch Nutzung des Versichertenstammdatenmanagements (VSDM) automatisch im Hintergrund zu überprüfen. Erfolgt dies nicht, sieht das Gesetz ab dem 01.01.2020 eine pauschale Kürzung der ambulanten Abrechnung um 1 % vor. Um diese Frist zu erfüllen, müssten eigentlich kurzfristig Beschaffungen beauftragt werden.

Das Problem: Die bislang erhältlichen Konnektoren richten sich vor allem an Vertragsärzte und ermöglichen lediglich das Stammdatenmanagement. Zukünftig sollen die Konnektoren auch medizinische Anwendungen (Notfalldatenmanagement, elektronischer Medikationsplan) unterstützen. Die Finanzierungsvereinbarung für die Krankenhäuser basiert auf diesen medizinischen Anwendungen und setzt E-Health-Konnektoren voraus. Diese E-Health-Konnektoren sind aber noch nicht auf dem Markt. Auch sogenannte Rechenzentrumskonnektoren, die vor allem für Krankenhäuser mit einem Anspruch auf mehr als 100 Kartenterminals deutlich besser geeignet sind und sich für diese Häuser durch ein einfacheres Management und geringere Betriebskosten auszeichnen, sind nicht verfügbar. Statten sich Krankenhäuser mit den jetzt verfügbaren Konnektoren aus, dann müssten die Geräte nach Verfügbarkeit geeigneter Konnektoren-Versionen aufwändig aktualisiert oder ersetzt werden. Eine Finanzierung hierfür ist nicht vorgesehen.

Sinnvoll lassen sich die vertragsärztlichen Bereiche der Krankenhäuser also nicht ausstatten. Es ist deshalb dringend notwendig, dass der Gesetzgeber die Frist zur Ausstattung im Digitale Versorgung Gesetz verlängert. Die Formulierungshilfe eines Änderungsantrags der Regierungsfraktionen zum Digitale Versorgung Gesetz sieht die Verlängerung der Frist um ein Jahr vom 31.12.2019 auf den 31.12.2020 vor. Diese Fristverlängerung gibt den Krankenhäusern Zeit, mit der Beschaffung entsprechender Komponenten abzuwarten, bis eine Ausstattung mit eHealth-Konnektoren oder Rechenzentrumskonnektoren erfolgen kann, welche die medizinischen Anwendungen gemäß § 291a SGB V bereits unterstützen. Dabei geht es den Krankenhäusern keinesfalls um einen Ausstieg aus der Telematikinfrastruktur. Eine einheitliche flächendeckende TI ist geeignet, viele Hindernisse beim Einsatz informationstechnischer Anwendungen zu lösen und wird auch vom BDPK dringend gefordert


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