Rehabilitation: Zentrale Säule für soziale Sicherung und Fachkräftesicherung

Die Bundesregierung betont in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage von Dr. Armin Grau die hohe Bedeutung von Rehabilitation. Sie schützt den Lebensstandard, verhindert Erwerbsausfälle und trägt entscheidend zur Fachkräftesicherung bei – eine Investition, die sich auch volkswirtschaftlich lohnt.

Die Kleine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Dr. Armin Grau und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zielte darauf ab, Transparenz über Prävention, medizinische und berufliche Rehabilitation sowie Maßnahmen gegen Erwerbsminderung zu schaffen. Hintergrund sind die steigenden Zahlen psychisch bedingter Erwerbsminderungsrenten und die wachsende Bedeutung präventiver und rehabilitativer Leistungen im deutschen Sozialversicherungssystem.

Obwohl der Grundsatz „Prävention vor Reha vor Rente“ gesetzlich verankert ist, bestehen nach wie vor Herausforderungen. Daten zu den Präventionsleistungen der Deutschen Rentenversicherung und deren Wirksamkeit sind teilweise unzureichend, schwer psychisch erkrankte Menschen erhalten oft nicht die notwendige Versorgung, und strukturelle Hürden erschweren die Einstufung der Rehabilitationsfähigkeit. Vor diesem Hintergrund soll die Kleine Anfrage bestehende Versorgungslücken aufzeigen und Impulse für eine bessere Verzahnung von Prävention, Rehabilitation und Erwerbsminderungsvermeidung geben.

Besonders deutlich wird die Position der Bundesregierung in der Antwort auf Frage 57: Rehabilitation ist eine zentrale Säule der sozialen Sicherung. Sie sichert den Lebensstandard, wenn gesundheitliche Probleme den Arbeitsplatz gefährden, und reduziert Ausfallzeiten in der Sozialversicherung. Zugleich leistet Rehabilitation einen entscheidenden Beitrag zur Fachkräftesicherung. Unternehmen können ihre Mitarbeitenden trotz gesundheitlicher Einschränkungen im Betrieb halten, während berufliche Rehabilitationsprogramme neue qualifizierte Fachkräfte hervorbringen.

Aktuelle Studien belegen den volkswirtschaftlichen Nutzen der Rehabilitation. Die Prognos-Analyse „Reha wirkt – volkswirtschaftlich und individuell“ sowie die Wirksamkeitsberichte der Deutschen Rentenversicherung zeigen, dass Investitionen in Reha sowohl für die Individuen als auch für die Gesellschaft messbare Erträge bringen. Vor diesem Hintergrund betont die Bundesregierung die Notwendigkeit, Mittel gezielt und effizient einzusetzen und die Angebote der Deutschen Rentenversicherung kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ziel ist es, zeitnahe, individuelle und arbeitsmarktgerechte Rehabilitationslösungen bereitzustellen.

Insgesamt verdeutlicht die Antwort der Bundesregierung, dass Rehabilitation weit mehr als eine medizinische Leistung ist. Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil der sozialen Infrastruktur, ein Schlüssel zur Sicherung des Lebensstandards und ein wirksames Instrument zur Fachkräftesicherung in Deutschland. Eine gezielte Weiterentwicklung und effiziente Mittelverwendung sind zentrale Voraussetzungen, um den wachsenden Anforderungen im Bereich Prävention, Reha und Teilhabe gerecht zu werden.

Weitere Informationen zur DRV-Studie: www.bdpk.de/service/studien-und-gutachten/2025/drv-studie