Rehabilitation stärken: Politik und Praxis im Austausch zum Reha-Tag 2026

Wie kann Rehabilitation auch künftig ihre zentrale Rolle im Gesundheits- und Sozialsystem erfüllen? Diese Frage stand Mitte April im Mittelpunkt eines Parlamentarischen Frühstücks im Deutschen Bundestag. Auf Einladung des Deutschen Reha-Tages kamen Vertreter:innen aus Politik, Ministerien und Reha-Praxis zusammen, um aktuelle Herausforderungen zu diskutieren und Perspektiven für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung der Rehabilitation auszuloten.

Lars Ehm MdB und Schirmherr des Deutschen Rehatags © BDPK / Gust

Unter dem Leitmotiv „Reha unterstützt. Reha wirkt. Reha lohnt sich.“ wurde deutlich, welche Bedeutung medizinische Rehabilitation für Patient, aber auch für Gesellschaft und Wirtschaft hat. Bundestagsabgeordnete, Vertreter:innen des Bundesministeriums für Gesundheit sowie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und Fachakteur aus der Branche tauschten sich intensiv über notwendige Rahmenbedingungen und Weiterentwicklungen aus.

Lars Ehm, Schirmherr des Aktionstags und Mitglied des Bundestages, hob in seinem Grußwort hervor, dass Rehabilitation eine entscheidende Schnittstelle im Versorgungssystem bildet. Sie unterstütze Menschen insbesondere dann, wenn Erkrankungen oder Lebensereignisse ihre Teilhabe einschränken. Ziel sei es, durch individuell zugeschnittene und wissenschaftlich fundierte Maßnahmen die Selbstständigkeit zu fördern und neue Perspektiven zu eröffnen.

Auch Brigitte Gross, Direktorin der Deutschen Rentenversicherung Bund und Mitinitiatorin des Reha-Tages, betonte die wachsende Relevanz von Rehabilitationsleistungen. Angesichts einer älter werdenden Gesellschaft, zunehmender chronischer Erkrankungen und des Fachkräftemangels komme der Rehabilitation eine Schlüsselrolle zu. Sie trage dazu bei, Erwerbsfähigkeit zu sichern, Pflegebedürftigkeit zu vermeiden und die soziale Teilhabe zu stärken – und entlaste damit zugleich die sozialen Sicherungssysteme.

Einen persönlichen Blick brachte Hannelore Loskill, Vorsitzende der BAG Selbsthilfe e. V., ein. Aus eigener Erfahrung unterstrich sie die Bedeutung der Rehabilitation für den individuellen Lebensweg. Besonders die berufliche Rehabilitation ermögliche vielen Betroffenen die Rückkehr ins Arbeitsleben und stärke nachhaltig ihre gesellschaftliche Teilhabe.

In thematischen Gesprächsrunden vertieften die Teilnehmenden anschließend zentrale Handlungsfelder: „Reha als Investition in die Gesellschaft“; „Medizinische Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen mit Fokus auf Frauen & die Behandlung komorbider Störungen“; „Früh ansetzen, langfristig wirken - Kinder- und Jugendrehabilitation und Mutter-Vater-Kind-Leistungen als Zukunftsinvestition“, „Reha vor und bei Pflege - Mit Reha Pflege vermeiden oder hinauszögern“. 

Weitere Informationen zum Reha-Tag, der jedes Jahr am vierten Samstag im September stattfindet finden Sie unter www.rehatag.de.