GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Gefährdung von rund 140.000 Krankenhausarbeitsplätzen

Das von der Bundesregierung geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz könnte erhebliche Folgen für die stationäre Gesundheitsversorgung haben. Nach einer Berechnung des hcb-Instituts unter Leitung des Gesundheitsökonomen Prof. Dr. Boris Augurzky wären bundesweit rund 140.000 Arbeitsplätze in Krankenhäusern gefährdet – das entspricht etwa jeder zehnten Stelle.

Die Analyse bestätigt die Sorge vieler Krankenhäuser, dass die vorgesehenen finanziellen Einschnitte die wirtschaftliche Lage der Einrichtungen weiter verschärfen. Um die vorgesehenen Kürzungen auszugleichen, müssten zahlreiche Krankenhäuser Personal abbauen oder weitere Maßnahmen zur Kostensenkung ergreifen. Dadurch drohten nicht nur zusätzliche wirtschaftliche Belastungen für die Einrichtungen, sondern auch Einschränkungen bei der Patientenversorgung.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Dr. Gerald Gaß, kritisiert das geplante Gesetz als reines Kürzungsgesetz. Angesichts des bereits heute bestehenden Fachkräftemangels sei es widersprüchlich, Krankenhäuser durch zusätzliche finanzielle Belastungen zum Personalabbau zu zwingen. Statt dringend benötigte Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden, würden bestehende Arbeitsplätze gefährdet.

Die DKG fordert die Bundesregierung auf, die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung nachhaltig zu stabilisieren. Dazu gehöre insbesondere die vollständige Finanzierung versicherungsfremder Leistungen aus Steuermitteln. Darüber hinaus spricht sich die Krankenhausgesellschaft für mehr Deregulierung und einen konsequenten Bürokratieabbau aus, um den Leistungserbringern größere Handlungsspielräume für wirtschaftliches und effizientes Arbeiten zu eröffnen.

Auch aus Sicht der Krankenhäuser ist eine verlässliche Finanzierung eine wesentliche Voraussetzung, um die Versorgung der Patientinnen und Patienten dauerhaft sicherzustellen. Zusätzliche Einsparvorgaben verschärfen die wirtschaftlichen Herausforderungen vieler Einrichtungen und gefährden Investitionen, Personalentwicklung sowie die Sicherstellung einer flächendeckenden stationären Versorgung.

Die vollständige Berechnung des hcb-Instituts „Folgen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes auf die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser“ steht als Download zur Verfügung.