Privatkliniken und DNRfK kooperieren - "Rauchfrei im Krankenhaus"
Gemeinsame Presseerklärung des Deutschen Netzes Rauchfreier Krankenhäuser e. V. (DNRfK) und des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken e.V. (BDPK)
Gemeinsame Presseerklärung
des Deutschen Netzes
Rauchfreier Krankenhäuser e. V. (DNRfK) und
des Bundesverbandes Deutscher
Privatkliniken e.V. (BDPK)
Privatkliniken und DNRfK kooperieren
„Rauchfrei im Krankenhaus“ -
Gemeinsam für ein Plus an Gesundheit
Berlin, 31.08.2007. Mit Inkrafttreten des Nichtraucherschutzgesetzes werden ab dem 1. September viele öffentliche Gebäude und Verkehrsmittel zu Nichtraucherzonen. In den meisten Bundesländern werden bis zum Jahreswechsel entsprechende Regelungen für Krankenhäuser, Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen greifen. Wie aber ist ein Rauchverbot in der Klinik umzusetzen? Die gesetzlichen Vorgaben stellen Klinikträger vor große Herausforderungen. Für die strategische Umsetzung geben das Deutsche Netz Rauchfreier Krankenhäuser (DNRfK) und der Bundesverband Deutscher Privatkliniken (BDPK) schon seit Anfang des Jahres gemeinsam Hilfestellung. Dabei geht es um mehr als bloß um Rauchverbote und um die Einrichtung rauchfreier Zonen. Gesundheitsschutz vor Tabakrauch und Angebote zur Tabakentwöhnung für Patienten, Mitarbeiter und die Bevölkerung sind wesentlicher Bestandteil in der Gestaltung von gesundheitsfördernden Arbeits- und Lebenswelten.
Der BDPK setzt sich zusammen mit dem DNRfK dafür ein, dass Patienten in den Krankenhäusern und Reha-Kliniken statt des Wegweisers zur nächsten Rauchgelegenheit professionelle Unterstützung und Hilfe zur Entwöhnung bekommen. Im Klinikalltag erfahren starke Raucher häufig keine Hilfe bei der Überwindung des Rauchverlangens. In Krankenhäusern und Reha-Kliniken geht es deshalb um mehr als den Schutz vor Passivrauchen oder die Verlagerung des Rauchens außerhalb der Klinikgebäude. Die Glaubwürdigkeit einer Beratung und Behandlung der Tabakabhängigkeit in der Klinik ist mit einem gleichzeitigen Zigarettenverkauf, Angebot von Rauchgelegenheiten und einer Passivrauchbelastung nicht vereinbar.
„Gerade Kliniken sind angesprochen, wenn es darum geht, eine Vorbildrolle bei den Maßnahmen zur Reduzierung des Tabakkonsums in der Bevölkerung zu übernehmen. Sie sind eine primäre Anlaufstelle, um zu einem Ausstieg aus der Sucht zu motivieren und können Raucher informieren und in der Entwöhnung professionell unterstützen“, so Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des BDPK. Die privaten Träger haben die Notwendigkeit erkannt und wollen Patienten und Mitarbeiter in ihren Bestrebungen unterstützen.
„Rauchfreie Krankenhäuser sind europäischer Standard und sollten es auch in Deutschland sein. Der europäische Kodex mit den Standards für Rauchfreie Krankenhäuser und die Instrumente zur Umsetzung bieten einen umfassenden Rahmen für eine qualitative Ausgestaltung dieses Zieles“, erläutert Christa Rustler, Projektleiterin des DNRfK. Inzwischen setzen weit mehr als 100 Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen unter dem Dach des DNRfK die europäischen Standards für Rauchfreie Krankenhäuser um. Seit Juli 2005 wird das DNRfK in einem Modellprojekt des Bundesministeriums für Gesundheit gefördert. Unter der Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Sabine Bätzing unterstützt das Netzwerk die Umsetzung vor Ort. Es bietet gute Erfahrungen, wie der Weg gemeinsam mit Patienten und Mitarbeitern erfolgreich beschritten werden kann.
Ansprechpartner:
Thomas Bublitz
Hauptgeschäftsführer des
Bundesverbandes
Deutscher
Privatkliniken e.V.
Friedrichstraße 60
10117 Berlin
Tel.: 0 30 - 2 40
08 99 –0
Fax: 0 30 - 2 40 08 99 –30
Email: info@bdpk.de
http://www.bdpk.de
Christa Rustler
Projektleiterin
Deutsches Netz Rauchfreier
Krankenhäuser e.V.
Saarbrücker Strasse 20/21
10405 Berlin
Tel: +49 (0)
30 817 98 58 20
Fax: +49 (0) 30 817 98 58 29
Email: Rustler@dngfk.de
www.rauchfreie-krankenhaeuser.de
Hintergrundinformationen:
Der Tabakkonsum ist das
größte vermeidbare Gesundheitsrisiko unserer Zeit. 33 Prozent der Erwachsenen in
Deutschland rauchen. Das durchschnittliche Einstiegsalter in den
Zigarettenkonsum liegt bei etwa 13 Jahren. Pro Jahr sterben in Deutschland etwa
140.000 Menschen an Erkrankungen, die mit dem Tabakkonsum zusammenhängen. Hinzu
kommen nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums rund 3.300
Nichtraucherinnen und Nichtraucher, die durch die Folgen des Passivrauchens
sterben. Die Tabakabhängigkeit ist vielfach indirekter oder auch direkter Grund
für eine stationäre Behandlung. Etwa 45 bis 55% der Raucher möchten mit dem
Rauchen aufhören und viele legen im Krankenhaus freiwillig einen Rauchstopp ein.
Dauerhaft rauchfrei zu werden, gelingt jedoch häufig nicht ohne Unterstützung.
Über 60% der Raucher erwarten sogar während eines Klinikaufenthaltes Beratung
und Entwöhnungsangebote.
Der Bundesverband Deutscher Privatkliniken
e.V. (BDPK) vertritt seit über 50 Jahren die Interessen von mehr als
1.000 Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken in privater Trägerschaft. Er
ist damit maßgeblicher Spitzenverband der privatwirtschaftlich tätigen
Leistungserbringer und flankiert die zunehmende Privatisierung im deutschen
Gesundheitsmarkt. Der BDPK steht für Qualität, Innovation und Wirtschaftlichkeit
in der stationären Versorgung.
Das Deutsche Netz Rauchfreier
Krankenhäuser e.V. (DNRfK) ist ein Umsetzungsprojekt des Deutschen
Netzes Gesundheitsfördernder Krankenhäuser e.V. und die nationale
Partnerorganisation des European Network for Smoke-free Hospitals. Es wird als
Modellprojekt vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert. Die
Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Frau Sabine Bätzing, MdB ist Schirmherrin
des DNRfK. Ziel des Modellprojektes ist die Entwicklung von Rauchfreien
Krankenhäusern nach europäischen Qualitätsstandards, die den Gesundheitsschutz
vor Tabakrauch und die Kompetenz der Mitarbeiter in Beratung und Tabakentwöhnung
umfassen.


