Private Kliniken fordern echte Innovationen

Berlin, 5. Juni 2014 - Die privaten Klinikunternehmen haben die Bundesregierung dazu aufgerufen, bei den geplanten Reformen in der Pflege und bei den Krankenhäusern mit einer mutigen, weitsichtigen und qualitätsfördernden Politik für Veränderungen zu sorgen. Die Neuordnung müsse konsequent darauf ausgerichtet sein, die Qualität und den Nutzen für die Betroffenen zu steigern.

„Die Zukunft unserer Gesundheitsversorgung wird nicht durch billigere Medizin gesichert sondern durch bessere“, erklärte die Präsidentin des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken (BDPK), Dr. Katharina Nebel, auf dem BDPK-Bundeskongress, der gestern in Berlin stattfand. Vertreter der rund 1 000 deutschen Krankenhäuser und Rehakliniken in privater Trägerschaft diskutierten mit Gesundheitspolitikern sowie Vertretern der Kranken- und Rentenversicherung über die gesundheitspolitischen Perspektiven und Erfordernisse in der 18. Legislaturperiode. Zentrales Thema war dabei die Qualität der medizinischen Versorgung.   

„Rehabilitation kann ältere kranke Menschen vor Pflegebedürftigkeit bewahren und ermöglichen, dass sie selbständig zu Hause leben, statt abhängig von der Pflege zu werden“, so BDPK-Präsidentin Dr. Katharina Nebel in ihrer Begrüßungsrede. Deshalb sei es ein zentrales Gebot für die derzeit diskutierte Reform der Pflegeversicherung, das Potenzial der medizinischen Rehabilitation zukünftig konsequenter auszuschöpfen. Insbesondere das frühzeitige Erkennen des Reha-Potenzials erfolge nicht systematisch und sei deshalb verbesserungswürdig. Gegenwärtig sei es für Patienten oft schwieriger, eine Rehabilitationsleistung zu erhalten als eine Operation. Dabei bewirke eine rechtzeitig begonnene qualifizierte medizinische Rehabilitation nicht nur eine höhere Lebensqualität für den Einzelnen sondern auch eine Entlastung der Pflegekasse. Dieser Effekt werde jedoch verschenkt. „Aus Sicht der Betroffenen wäre Rehabilitation in vielen Fällen sinnvoll gewesen, sie haben sie aber nicht bekommen“, so die BDPK-Präsidentin. 

Aus ihrer eigenen Erfahrung als private Unternehmerin in dritter Generation stellte sie fest: "Wir haben Mut, Fleiß, Wissen und privates Vermögen eingesetzt und uns oft genug verschuldet. Dass das Unternehmen Gewinne erzielen sollte, war dabei keine Frage, denn die sind wieder im Unternehmen gelandet und nicht zuletzt dafür eingesetzt worden, dass unsere Gäste von gut qualifizierten Ärzten und Therapeuten behandelt wurden."

Effektiveres und effizienteres Gesamtsystem durch Qualität

Ungeteilten Beifall findet bei den privaten Klinikunternehmen das im Koalitionsvertrag vorgegebene Ziel der Bundesregierung, mit der nächsten Krankenhaus-Reform die Qualität der Krankenhausversorgung zu verbessern. Annette Widmann-Mauz, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit, erläuterte in ihrem Vortrag, dass neben der besseren Versorgungsqualität und stärkeren Patientenorientierung vor allem eine höhere Qualität konsequent und durchgängig im Gesundheitswesen erreicht werden soll. Hierfür diene auch das neue Qualitätsinstitut. „Es gibt Fortschritte, aber wir sind noch entfernt von einer durchgehenden Qualitätsorientierung im gesamten Gesundheitswesen.“ Diese Ausrichtung ziehe nach sich, dass es zukünftig Qualitätsanreize in der Krankenhaus-Vergütung geben werde.

Dr. Ulrich Wandschneider, Vorstandsmitglied des BDPK, befürwortete dieses Vorhaben: „Der Ansatz der Koalition ist vernünftig.“ Studien belegten seit Langem, dass Kliniken mit guten Qualitätsergebnissen und mit hoher Patientenzufriedenheit wirtschaftlich erfolgreich sind. „Eine qualitätsfördernde Politik muss die Rahmenbedingungen schaffen, in dem sich qualitätsorientierte Kliniken dynamisch entwickeln können“, so Wandschneider. 

Das bestätigte der zweite Vertreter der Privaten Kliniken auf dem Podium, Dr. Hans-Heinrich Aldag. „Die Privaten Kliniken sind seit Jahren vorne mit dabei, was die konsequente Ausrichtung auf Qualität angeht.“ Auf Initiative privater Kliniken werden Vergleichslisten allgemeinverständlich im Internet veröffentlicht, beispielsweise  bei der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) und dem Klinikportal Qualitätsklinken.de. „Wir wollen Patienten in den Stand setzen: Welches sind die guten Häuser, welche nicht“, so Aldag. Inzwischen nutzen zahlreiche Kliniken aus allen Trägerschaften diese Einrichtungen und wirken aktiv daran mit. Gemeinsam ist allen diesen Projekten, dass sie stets an den Bedürfnissen der Patienten ausgerichtet sind und eine klare, starke Praxisorientierung besitzen. 

Die privaten Kliniken unterstützen das Vorhaben der Bundesregierung, die Qualität konsequent gesetzlich zu verankern. Auch, wenn dies die Schließung einzelner, qualitativ schlechter und unwirtschaftlicher Kliniken zur Folge habe. Dem stimmte auch Harald Terpe,  Obmann im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestags zu: „Da rate ich der Politik, nicht feige zu sein und Kliniken zu schließen.“ Lothar Riebsamen, Mitglied im Ausschuss für Gesundheit, bestätigte dieses Ansinnen, machte jedoch deutlich, dass man es nicht den Landkreisen überlassen könne, Kliniken zu schließen. „Das muss von höherer Ebene beschlossen werden. So ein Landrat kann ja am nächsten Tag nicht mehr auf die Straße gehen, wenn er den Finger für so eine Entscheidung hebt“, so Riebsamen.

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