BDPK
 

Wir behandeln Patienten und keine Betten!

In einem an die Gewerkschaften und ihre Einrichtungen gerichteten Appell mahnt der BDPK zu mehr Sachlichkeit in den Diskussionen über die Zukunft der Krankenhäuser und weist darauf hin, dass die Verantwortung für Patienten und Beitragszahler vorrangig vor Stellenplan-Diskussionen ist.

Der BDPK appelliert an die Gewerkschaften und ihre Einrichtungen, bei den notwendigen Diskussionen über die Zukunft von Krankenhäusern auf ideologische Polemik zu verzichten und stattdessen die Belange der Patienten und Beitragszahler stärker zu beachten. Gegenwärtig würden die teils heftigen Auseinandersetzungen über den Erhalt oder die zukünftige Trägerschaft von Kliniken allzu oft nur aus Sicht der Belegschaft und ihrer Vertreter geführt, wobei diese versuchten, mit dem „Schreckgespenst Arbeitsplatzverlust“ andere Argumente zu verdrängen. Dies schade der notwendigen  sachlichen und sachgerechten Weiterentwicklung des Krankenhaussektors, meint Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des BDPK, denn: „Wirklich sichere Arbeitsplätze gibt es auf Dauer nur in wirtschaftlichen Krankenhäusern – und das sind in der Regel diejenigen mit den besten Leistungen für die Patienten.“  Deshalb sei es erforderlich, bei der Krankenhausversorgung die Bedürfnisse der Patienten in den Mittelpunkt zu stellen, woraus zwangsläufig ein Wettbewerb um die „beste Leistung zu adäquaten Preisen“ resultiere. Dazu gehöre außerdem auch, dass die in Deutschland bestehende und politisch gewollte Trägerpluralität im Krankenhaus-Sektor nicht angegriffen sondern – im Sinne von mehr  Patientensouveränität – gestärkt werde.

 

Unwirtschaftliche Krankenhäuser sind eine doppelte Belastung

Auslöser für den Appell ist, so Thomas Bublitz, eine „emotionale Stimmungsmache,” die sein Verband bei den Gewerkschaften und gewerkschaftsnahen Organisationen zunehmend beobachtet habe. Jüngstes Beispiel sei der von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung herausgegebene Sammelband „Privatisierung von Krankenhäusern – Erfahrungen und Perspektive aus Sicht der Beschäftigten.“ In diesem werde unter anderem anhand der Mitarbeiterzahl je Krankenhaus-Bett suggeriert, dass Kliniken in privater Trägerschaft eine schlechtere Personalausstattung als öffentliche Häuser hätten. Dazu Bublitz: „Tatsache ist, dass das Personal in den Kliniken Patienten behandelt und keine Betten. Das Statistische Bundesamt dokumentiert seit Jahren, dass die Anzahl der Patienten pro Arzt und Pflegekraft bei allen Krankenhausträgern nahezu gleich ist.“ Mit den Zahlenspielen und anderen Bedrohungsszenarien wolle die Gewerkschaftsseite, so vermutet Bublitz,  bewusst den Eindruck erwecken, dass wirtschaftlicher Erfolg von Kliniken zu Lasten der Mitarbeiter und der Behandlungsqualität gehe. Dies sei zwar öffentlichkeitswirksam und könne für die Mitgliederwerbung dienlich sein,  es sei aber sachlich falsch und widerspreche zudem den gesamtgesellschaftlichen Erfordernissen, wie der BDPK-Hauptgeschäftsführer erläutert: „Was einem der gesunde Menschenverstand sagt, haben auch wissenschaftliche Studien bewiesen, dass nämlich medizinische Qualität und wirtschaftlicher Erfolg von Kliniken in einem direkten Zusammenhang stehen. Unwirtschaftliche Krankenhäuser sind eine doppelte Belastung, erstens durch die schlechtere Patientenversorgung und zweitens durch unnötig hohe direkte und indirekte Kosten.“ Da es in unwirtschaftlichen Kliniken außerdem keine sicheren Arbeitsplätze gebe, sei die Polemik letztlich auch nicht im Interesse der Arbeitnehmer.

 

Weitere Informationen zu diesem Thema:

Studie von RWI und IfG zur Krankenhaus-Privatisierung ->weiter

Dürfen Krankenhäuser Gewinne machen? ->weiter


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