Eckpunkte zur Weiterentwicklung des Psych-Entgeltsystems

Im Juli 2014 verlängerte der Gesetzgeber die Optionsphase des neuen Entgeltssystems in der Psychiatrie und Psychosomatik um zwei Jahre. Zeitgleich kündigte das Bundesministerium für Gesundheit an, diese Zeit für einen Dialog zum grundsätzlichen Weiterentwicklungsbedarf des neuen Entgeltsystems zu nutzen. Die Ergebnisse dieses Dialogs legte Bundesgesundheitsminister Gröhe gemeinsam mit Gesundheitspolitikern von CDU/CSU und SPD im Februar in Form von Eckpunkten vor.

Eckpunkte Psych








Der ursprünglich vorgesehene Weg zu landeseinheitlichen Preisen für die verschiedenen psychiatrischen und psychosomatischen Leistungen wird verlassen. Stattdessen soll das einzelne Krankenhaus im Mittelpunkt des Finanzierungssystems stehen und die Verhandlungen auf Ortsebene gestärkt werden. Zur Anwendung nach dem Ende der budgetneutralen Phase soll ein Krankenhausvergleich entwickelt werden, der die Vertragspartner vor Ort unterstützen soll, ein angemessenes Budget zu verhandeln. Um eine flächendeckend ausreichende Personalausstattung sicherzustellen, soll der G-BA damit beauftragt werden, verbindliche Mindestvorgaben für die personelle Ausstattung der stationären Einrichtungen festzulegen. Zusätzlich ist eine Stärkung der sektorenübergreifenden Versorgung durch eine komplexe psychiatrische Akutbehandlung im häuslichen Umfeld vorgesehen.

Der Erfolg des neuen Entgeltsystems wird sich unabhängig von seiner Preis- oder Budgetorientierung daran messen lassen müssen, inwieweit es gelingt, die Versorgungsrealität der Psychiatrie und Psychosomatik abzubilden und einem System mit historisch knappen Budgets nicht insgesamt Ressourcen zu entziehen. Hierzu gehört auch, dass die Zunahme des Schwergrads der Erkrankung der Patienten adäquat finanziert und die Versorgungsbedarfe aufgrund der Morbiditätsentwicklung, des demografischen Wandels oder des medizinisch-technischen und therapeutischen Fortschritts berücksichtigt werden. Bei der Wiedereinführung des Krankenhausvergleichs ist sorgfältig darauf zu achten, dass dieser nicht als einseitiges Instrument zur Kostendämpfung eingesetzt wird und lediglich zur Orientierung am jeweils günstigsten Haus führt. Bei einem Übergang von der Psych-PV zu Personalanforderungen des G-BA darf der mit der Psych-PV verbundene Anspruch auf eine entsprechende Finanzierung nicht entfallen.

Unsere Partner